Millionen von Kundinnen und Kunden in höherem Lebensalter stellen eine starke Marktmacht dar. Zwei miteinander zusammenhängende Eigenschaften machen diese Bevölkerungsgruppe für das Handwerk besonders interessant:
- Zumindest derzeit verfügen ältere Menschen über überdurchschnittlich hohe Kaufkraft.
- Unter den Ausgaben haben Möbel und Haushaltsgeräte, der Umbau von Häusern und Wohnungen sowie haushaltsnahe Dienstleistungen einen besonders hohen Stellenwert.
In der älter werdenden Gesellschaft ergeben sich daher beträchtliche wirtschaftliche Möglichkeiten und neue Marktchancen für das Handwerk durch
- die Anpassung an aktuelle und künftige Wohnbedürfnisse,
- die wachsende Nachfrage nach unterstützender Technik und Hilfen im Alltag,
- Leistungen mit hoher Serviceorientierung insbesondere für ältere Menschen.
Gerade der Bedarf an altersgerechten Wohnangeboten wächst. Es gilt, den aktuellen Bestand auszubauen und den zukünftigen Bedarf zu berücksichtigen. Das Handwerk kann dabei auf seine Stärken setzen: individuelle Lösungen, Ortsnähe, persönliche Beratung, Qualitätsorientierung. Ältere Kundinnen und Kunden sind anspruchsvoll, aber oft auch bereit, für ein Mehr an Qualität, Service oder Komfort mehr auszugeben. Sie wünschen sich kundenorientierte Beratung, persönlichen Service und Verlässlichkeit.
Schon jetzt gibt es Betriebe, die sich auf seniorengerechte Umbauten spezialisiert haben. Ebenso gibt es Unternehmen, die hierfür eine entsprechende Zertifizierung erworben haben. Dies kann für handwerkliche Betriebe in Zukunft nützlich sein, um Vertrauen bei den künftig immer älter werdenden Kundinnen und Kunden aufzubauen. Derartige Zertifizierungen weisen zum Beispiel nach, dass sich ein Unternehmen mit den Normen DIN 18 024 und 18 025 (bzw. zukünftig DIN 18040) zum barrierefreien Bauen und Wohnen auseinandergesetzt hat und über ein besonderes Wissen über die Bedürfnisse älterer Menschen verfügt.
Das DIN-Certco, die Zertifizierungsgesellschaft der TÜV Rheinland Gruppe und des DIN Deutsches Institut für Normung e. V., zertifiziert z. B. Architektinnen und Architekten und Handwerkerinnen und Handwerker zu "DIN-geprüften Fachkräften für barrierefreies Bauen". Eine Adressenliste der zertifizierten Unternehmen finden Sie unter www.dincertco.de.
Solche Zertifizierungen werden aber auch z. B. von einzelnen Landesfachstellen für Wohnberatung oder Handwerkskammern durchgeführt. Ein besonderes Vorbild ist hier etwa die Handwerkskammer Mannheim (www.hwk-mannheim.de).
Für Unternehmen: Prüfen Sie hier mit einer Checkliste, ob Sie auf den demografischen Wandel vorbereitet sind.
Das Informationsportal www.wirtschaftsfaktor-alter.de des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beleuchtet die wirtschaftlichen Potenziale der heutigen Seniorengeneration insbesondere auch für das Handwerk und hält - von den Themen Schulung und Weiterbildung über Zertifizierung bis hin zu Beschäftigung und Netzwerkbildung - zahlreiche Praxisbeispiele und Hintergrundinformationen sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucherinnen und Verbraucher bereit.
www.wirtschaftsfaktor-alter.de