Regelwerke auch für das altersgerechte Bauen

Eine junge Frau befüllt einen Balkonkasten mit Erde.
Foto: Stiftung Schlesisches Konvikt / FGW

Deutsches Institut für Normung 100 Jahre alt

Durch einheitliche Vorgaben das Alltagsleben der Menschen zu erleichtern, Abläufe in Wirtschaft und Handel zu ordnen und den Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu stärken – das ist die Aufgabe der Normungsarbeit, die am 22. Dezember 1917 begann. Darauf hat das Deutsche Institut für Normung DIN in Berlin hingewiesen.

Galt die erste Norm 1918 einer bestimmten Form von Metallstiften, kommt den inzwischen rund 34.000 Werken auch für die älter werdende Gesellschaft eine erhebliche Bedeutung zu. Die DIN 18040 etwa beschäftigt sich mit dem barrierefreien Bauen und Wohnen. In ihren drei Teilen bezieht sie neben Wohnungen auch öffentliche Flächen ein und zeigt, wie durch Raumabmessungen und Orientierungshilfen Menschen unterstützt werden können, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, etwa weil sie auf den Rollstuhl angewiesen sind oder unter einer Seh- oder Hörbehinderung leiden. Mehrere Landesbauordnungen nehmen auf die DIN Vorschriften Bezug, ebenso die Förderbestimmungen der KFW beim altersgerechten Wohnungsumbau.

Ein weiteres Beispiel für die Bedeutung der Normungsarbeit ist die DIN 77800, die sich mit dem Thema des betreuten Wohnens beschäftigt. In seinem 100-jährigen Bestehen versteht sich das DIN Institut zunehmend auch als Impulsgeber und als Moderator gesellschaftlicher Prozesse. In so genannten Roadmaps bündelt das Institut Erkenntnisse etwa zu den Themen Bauen und Smart Citys und gibt Denkanstöße zur Weiterentwicklung von Infrastrukturen und Dienstleistungen.

Auch die Fördermaßnahmen des Bundesfamilienministeriums zum Themenfeld Zuhause im Alter zielen auf die Schaffung von Lebens- und Wohnumgebungen, die nachhaltig und möglichst frei von Schwellen und Barrieren sind. Beispiele sind die Investitionsförderungen in den Bereichen gemeinschaftliches und soziales Wohnen, Anlauf- und Beratungsstellen.

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