Förderzeitraum beendet

Altenpflegeheim Malteserstift Sankt Monika, Kamenz

Weiterentwicklung zukunftsorientierter Wohn- und Pflegeangebote für alte Menschen

Das Projekt

  • Altenpflege in einem neuen "Wohnhaus"
  • kleinteilige, individuelle Wohnbereiche
  • soziale Kontakte
  • kulturelle Angebote
  • naturnah

Der Standort

Christian Weißmantel Straße 27
01917 Kamenz
Sachsen
www.malteserstift-kamenz.de

Nutzungskonzept

Die Erhaltung der Selbstbestimmung und Selbstständigkeit unserer Bewohner ist das Leitziel unserer Arbeit. An Stelle eines "Heims" sollte ein "Wohnhaus" entstehen. Kleinteilige, individuelle Wohnbereiche und die notwendigen Angebote zur Hilfe, Betreuung und Pflege der Bewohnerinnen und Bewohner sollten den Charakter des neuen Hauses prägen und sich in Architektur, Standards und Pflegekonzept widerspiegeln.

Vollstationäre, Kurzeit– und Tagespflege

In den stationären Wohnpflegebereich sind die Kurzzeitpflege–Plätze eingestreut. Für die zwölf in der Tagespflege eingerichteten Plätze ist die Nachfrage bisher noch begrenzt. Mit dem ambulanten Pflegedienst aus Räckelwitz besteht reger Kontakt und eine gute Zusammenarbeit. Sein Angebot richtet sich an Menschen, die zu Hause leben und eine medizinische Versorgung benötigen - alte, kranke oder behinderte Menschen.

Tägliche ergotherapeutische Angebote

Zum ergotherapeutischen Programm gehören psychosoziales Training, sensomotorische Spiele, hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Selbsthilfetraining, Hirnfunktionstraining und Kreativitätstraining. Die Einrichtung verfügt über zwei eigene Ergotherapeuten, die durch vier zusätzliche Betreuungskräfte unterstützt werden.

Eine eigene Kapelle

Auf Wunsch des Trägers wurde eine Kapelle errichtet. Dort finden katholische und evangelische Gottesdienste statt. Sie bietet den Bewohnerinnen und Bewohnern Raum für Gebete und innere Einkehr.

Architektur

Sternförmige Gebäudestruktur für kurze Wege

Das Altenpflegeheim Malteserstift Sankt Monika wurde als sternförmiger, dreigeschossiger Baukörper errichtet. Er setzt sich aus vier durch einen Zentrumsbereich verbundene Gebäude (A, B, C und D) zusammen. Die verschiedenen Nutzungen verteilen sich folgendermaßen:

  • Die stationären Wohnpflegebereiche befinden sich im ersten und zweiten Obergeschoss aller vier Gebäude und im Erdgeschoss von Gebäude B und C.
  • Die Tagespflege ist im Erdgeschoss von Gebäude A untergebracht.
  • Die Cafeteria im Erdgeschoss wird als Mehrzweckraum für die Bewohnerinnen und Bewohner genutzt.
  • Der Malteser–Hilfsdienst betreibt in Teilen des Erdgeschosses von Gebäude D eine psychosoziale Beratungsstelle. Weiterhin liegen hier Küche und Hauswirtschaftsräume.
  • Die Haustechnik sowie zentrale Lagerräume befinden sich im Kellergeschoss.

Gliederung der Pflege in Wohnbereiche

Die stationäre Pflege gliedert sich in drei Wohnbereiche mit je zwei Wohngruppen, in jeder leben neun bis zehn Bewohnerinnen und Bewohner. In jedem Gebäude der drei Wohnbereiche steht eine Küche zur Verfügung. Dort werden auch gemeinsame Mahlzeiten eingenommen. Auf einen zentralen Speisesaal wurde bewusst verzichtet. Vor jeder Wohnküche liegt ein Gemeinschaftsbalkon, der für die gesamte Wohngruppe Platz bietet. Jeweils zwei Wohngruppen bilden einen Wohnbereich, dem ein Pflegebad, zwei Pflegearbeitsräume, ein Dienstzimmer, ein Personalumkleideraum mit Toiletten sowie ein Personalaufenthaltsraum zugeordnet sind. In jeder Etage gibt es einen Mehrzweckraum für gemeinsame Aktivitäten und Therapieangebote.

Verschiedene Zimmertypen

Vorgesehen waren in jeder Wohngruppe Einzelzimmer, Appartements und — in geringerem Umfang — Doppelzimmer. Mittlerweile wurden alle Doppelzimmer mit geringem Aufwand zu Einzelzimmern umgestaltet. Zum Wohnpflegebereich gehören 50 Einzelzimmer und 23 Appartements. Die Einzelzimmer haben jeweils eine Größe von insgesamt 23 Quadratmetern: Zimmer 15 Quadratmeter, Vorraum 3 Quadratmeter und Bad 5 Quadratmeter. Der annähernd quadratische Zimmergrundriss erlaubt eine individuelle und persönliche Möblierung. Fast alle Zimmer haben Zugang zu einem Balkon, der jeweils zwei Zimmern gemeinsam zugeordnet ist. Zu einem Appartement gehören zwei Zimmer (jeweils 14 bis 15 Quadratmeter), ein Flur (3 Quadratmeter) sowie ein gemeinsames Bad (5 Quadratmeter). Es eignet sich für zwei einzelne Personen, aber auch für ein Ehepaar.

Innen und außen

Viele Bewohnerinnen und Bewohner sind erheblich in ihrer Mobilität eingeschränkt. Um so wichtiger ist es, dass das Gebäude ihnen vielfältige Möglichkeiten bietet, Kontakte nach außen zu haben. Durch große Fensterflächen gelangt viel Licht in die Bewohnerzimmer. Auch bettlägerigen Bewohnerinnen und Bewohnern ist der Blick nach außen möglich. Die zu den Bewohnerzimmern gehörenden Balkone und Terrassen sind zur Hälfte in das Gebäude eingezogen, so dass sie teilweise windgeschützt sind. Zum Aufenthalt im Freien laden großzügige Außenanlagen mit Rasenflächen, befestigten Pfaden und Bänken zum Ausruhen ein. Auch im unmittelbar angrenzenden Kamenzer Forst kann man spazieren gehen.

Fazit

Der großzügige Neubau — zwischen Stadtforst und Wohngebiet gelegen — bietet den Bewohnerinnen und Bewohnern Abwechslung, Ruhe und Privatheit zugleich. Die Öffnung zum Stadtteil ist gegeben, trifft aber noch nicht auf ausreichende Resonanz. Die bauliche Gestaltung ermöglicht Anpassungen und Nutzungsänderungen ohne großen Aufwand.

Projektdetails

Träger

Malteser Sachsen-Brandenburg gGmbH
Nebelschützer Straße 40
01917 Kamenz

Bauherr

Landratsamt Kamenz
Macherstraße 31d
01917 Kamenz

Architekt

Heinrich Job, BDA
Wendentorwall 22
38100 Braunschweig

wissenschaftliche Begleitung 1998–2000

Weeber+Partner
Emser Straße 18
10719 Berlin

Fertigstellung

1996

Gesamtkosten

11.270.000 Euro

Förderung BMFSFJ

1.559.000 Euro

Fläche

6.801 Quadratmeter Nettogrundfläche
63 Quadratmeter Nettogrundfläche pro Platz

Plätze

108 Plätze gesamt
86 stationäre Pflege
10 Kurzzeitpflege
12 Tagespflege