Förderzeitraum beendet

Soziokulturelles Forum Weimar

Soziokultur, Weiterbildung und Teilhabe

Das Projekt

  • Kunst und Kultur im Kern einer Altenhilfeeinrichtung
  • Konzerte, Ausstellungen, Lesungen mit überörtlichem Einzugsbereich
  • aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
  • Förderung einer selbstständigen und sinnerfüllten Lebensgestaltung
  • Bildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten für aktive Seniorinnen und Senioren sowie für haupt- und nebenehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Offenen Altenarbeit

Der Standort

Tiefurter Allee 8
99425 Weimar
Thüringen
www.marie-seebach-stiftung.de/de/soziokulturelles-forum.html

Nutzungskonzept

In Weimar gibt es seit 1895 ein Altenheim für Bühnenkünstler, das von der Hofschauspielerin Marie Seebach als Stiftung gegründet wurde. In dieser Tradition stehend, bietet die Seebach-Stiftung auch heute alt-gewordenen Künstlerinnen und Künstlern ein zu Hause — und noch viel mehr. Unmittelbar angrenzend an das "Stammhaus" entstand Ende der 1990er Jahre ein neuer Gebäudekomplex mit Pflegeheim "Marie", Wohnen mit Service und Kultur und dem Soziokulturellen Forum. 2010 wurde das zweite Pflegehaus "Sophie" in unmittelbarer Nachbarschaft gebaut.

Kunst und Kultur — Elemente eines sinnerfüllten Lebens

Das Forum Seebach ist ein Tagungs- und Veranstaltungszentrum der ganz besonderen Art:
Es ist Begegnungsstätte von Künstlern und Menschen dieser Stadt und dient gleichzeitig als Plattform der kulturellen Aktivitäten für die Mitglieder der Seebach Familie so nennt sich die Bewohnerschaft der gemeinnützigen Stiftung.
Hier verbinden sich Kunst und Können, Wissen und Lernen, Alt und Jung in einem stilvollen Ambiente.
Durch dieses für alle offene Haus werden vielfältige Kontakte zu den Bewohnern der Stiftung möglich.
Das Forum ist Ort für Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen und Gesprächsrunden. Hier finden Tagungen, Kongresse, Seminare und Familienfeiern statt. Das Forum steht allen offen und die Räumlichkeiten können für unterschiedliche Anlässe gemietet werden. Besonders hervorzuheben ist das breite künstlerische und kulturelle Spektrum des Forums, das inzwischen Anziehungspunkt für Bürgerinnen und Bürger weit über die Tore Weimars hinaus geworden ist. Musiker, Schauspieler und Kabarettisten treten mit ihren Programmen auf. Selbstverständlich zählt auch die "Seebach-Familie"  zu den Gästen der unterschiedlichen Veranstaltungen. Viele von ihnen waren oder sind selbst künstlerisch tätig und so liegt es nahe, dass Zusammengehörigkeit und Austausch über die persönlichen und beruflichen Biografien der Mitglieder der Seebach-Familie gefördert werden, beispielsweise durch eigene Lesungen, kleinere Konzerte. Austausch und Anregungen gibt es im Forum jedoch vor allem zwischen den Generationen. So proben und musizieren dort Studierende Musikhochschule "Franz Liszt" Weimar, enge Kontakte bestehen zum Nationaltheater in Weimar sowie zu anderen Theatern und Kulturschaffenden.

Forum als Anlaufpunkt und Bildungsstätte

Das Soziokulturelle Forum ist darüber hinaus eine wichtige Kontaktstelle der soziokulturellen Seniorenarbeit im Freistaat Thüringen, denn es trägt dazu bei, die zahlreichen Angebote und Akteure insbesondere in der offenen Altenhilfe besser zu vernetzen. Seniorenorganisationen, Seniorenbüros und andere Träger der Altenhilfe finden hier neben umfassenden Informationen vor allem unterschiedliche Weiterbildungsangebote sowie Hilfe und Unterstützung bei der Entwicklung und Gestaltung von Projekten. Neben der Weiterbildung von haupt- und ehrenamtlich Tätigen, können interessierte ältere Menschen in Kursen oder im Rahmen anderer Veranstaltungen ihr Wissen erweitern und auf aktuelle Fragen Antworten finden. Themen wie Gesundheit, demografischer Wandel, gesellschaftliche Teilhabe, politische und soziale Entwicklungen in der Gesellschaft gehören dabei zu den inhaltlichen Programmpunkten.

Architektur

Verbindung von Tradition und Moderne

Das Soziokulturelle Forum bildet das Herzstück des als Ersatzneubau errichteten Gebäudeensembles der Marie-Seebach-Stiftung. Wie ein Scharnier wirkt es zu den anderen Funktionselementen, den Pflegehäusern "Marie" und "Sophie" und den Wohnungen mit Service und Kultur. Die einzelnen Gebäude sind durch kleine Flure und Durchgänge zweckorientiert miteinander verbunden.
In der Marie-Seebach-Stiftung befinden sich 21 Wohnungen unterschiedlicher Größe, in denen die Stiftsdamen und Stiftsherren leben.  
Das Haus "Marie" für pflegebedürftige Stiftsdamen und Stiftsherren entstand 1997. Hier befinden sich 30 freundliche und helle Einzelzimmer auf drei Etagen mit Balkon. Natürlich gehört zu jedem Zimmer eine eigene Sanitärzelle.

Ohne Förderungen seitens des Bundes oder des Landes wurde das Haus Sophie 2010 in direkter Nachbarschaft der Stiftung neu erbaut. Dabei wird der Aspekt des gehobenen Wohnens gerade in der Phase der Pflegebedürftigkeit als Maßstab für die Architektur genommen. Das Gebäude verfügt über 48  komfortable Einzelzimmer und zwei Partnerappartements. Alle Zimmer beziehungsweise Appartements sind mit einem eigenen Sanitärbereich ausgestattet.

Vielseitige und flexible Nutzungsmöglichkeiten - ein Ort der Begegnung

Das Soziokulturelle Forum ist zweigeschossig. Das großzügige Foyer mit dem "KaffeeKultur" ist modern ausgestattet und bietet etwa 30 Gästen Platz.  Das Café ist dreimal in der Woche geöffnet und bietet den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Angehörigen und auch Gästen der Stadt die Möglichkeit der Begegnung. Das Foyer ist zugleich Raum für wechselnde Ausstellungen
Unmittelbar vom Foyer gelangt man in den Saal, der parlamentarisch bestuhlt ist. Dieser verfügt über 200 Plätze und hat somit eine geeignete Größe für Veranstaltungen verschiedenster Art. Der Saal ist in zwei Ebenen gegliedert. Auf der oberen Ebene - der Empore gibt es 60 Plätze. Der Saal hat eine sehr gute Akustik, zudem ist er mit einem Steinway Flügel ausgestattet.
Drei Seminarräume unterschiedlicher Größe komplettieren das Angebot. Sie bieten ein hohes Maß an flexibler Nutzung, denn die Möblierung kann je nach Bedarf verändert werden. Der Seminarraum 1, unmittelbar neben dem Saal gelegen, bietet außerdem noch eine gut sortierte Bibliothek, die als Nachbarschaftsbibliothek für das Quartier rund um die Marie-Seebach-Stiftung offen und kostenlos nutzbar ist. Mobile Trennwände der Seminarräume ermöglichen zudem eine problemlose Erweiterung vorhandener Platzkapazitäten.
Die beiden anderen Seminarräume im 1. Obergeschoss lassen sich auf diese Weise mit dem Restaurant verbinden, das mit circa 50 Plätzen ebenfalls im ersten Obergeschoss liegt. Hier nehmen die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Mahlzeiten ein, bei Veranstaltungen steht es den Gästen offen. Das gesamte Haus ist barrierefrei.

Fazit

Ein Künstlerhaus, das Lebensgeschichte birgt wie kostbare Schätze und gleichzeitig Historie und Gegenwart in einem ganz besonderen Flair verbindet. Kultur und Wohnen gehen hier eine ganz besondere Beziehung ein.
Eine bundesweit bisher einmalige Kombination von Pflege-, Wohn- und Kulturstätte für ältere Menschen und Begegnungsstätte für alle Generationen.  Den Rahmen dafür bildet eine gelungene Zusammenführung von historischer und moderner, funktionaler Architektur mit einladenden und flexibel nutzbaren Räumen.

Projektdetails

Träger

Marie-Seebach-Stiftung
Tiefurter Allee 8
99425 Weimar

Architekt

Architekturbüro Klaus Peter Ruhland
Cranachstraße 47
99423 Weimar

Fertigstellung

1997

Gesamtkosten

2.945.000 Euro

Förderung BMFSFJ

1.299.000 Euro

Fläche

1.170 Quadratmeter Hauptnutzfläche im Forum
803 Quadratmeter Hauptnutzfläche im Pflegeheim Haus "Marie"

Angebote

Foyer und "KaffeeKultur" mit 30 Plätzen (206 Quadratmeter)
Veranstaltungssaal einschließlich Galerie mit 200 Plätzen (186 Quadratmeter)
1 Seminarraum mit integrierter Nachbarschaftsbibliothek (92 Quadratmeter)
2 Seminarräume unterschiedlicher Größe (92 und 26 Quadratmeter)
Restaurant mit 48 Plätzen (88 Quadratmeter)
Freilufttheater mit 60 Plätzen

angrenzend

Altenpflegeheim Haus "Marie" – Neubau 1997 – mit 30 Plätzen (Einzelzimmer)
Wohnen mit Service und Kultur– Neubau 2001 – mit 9 Wohnungen
Wohnen mit Service und Kultur – Altbau komplett saniert 2001 – mit 12 Wohnungen
Altenpflegeheim Haus "Sophie" – Neubau 2010 –  mit 48 komfortablen Einzelzimmern und 2 Partnerappartements