Förderzeitraum abgelaufen

Miteinander in Arnstadt-Ost

Ein gemeinschaftliches Wohnprojekt ist Ausgangspunkt für eine organisierte Nachbarschaftshilfe, die die Bewohnerinnen und Bewohner des umliegenden Wohngebiets einbezieht.

Logo: Miteinander in Arnstadt-Ost

Förderzeitraum

Februar 2012 bis Dezember 2014

Programm

Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen

Arbeitsfeld

Aufbau wohnortnaher Unterstützungsnetzwerke

Projektträger

Gemeinsam statt einsam.
Generationswohnen in Arnstadt-Ost e. V.
Rudolstädter Straße 25
99310 Arnstadt
Thüringen

Kurzbeschreibung

Ein gemeinschaftliches Wohnprojekt wurde zum Ausgangspunkt für eine organisierte Nachbarschaftshilfe. Prinzipien der gegenseitigen Hilfe im Alltag, auf die sich die Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnprojektes verständigt hatten, wurden auf das umgebende Wohnquartier und darüber hinaus ausgeweitet.

Zur Aktivierung und Stärkung des Miteinanders in Arnstadt-Ost wurden im "Nachbarschaftscafé" im Gemeinschaftsraum des Wohnprojektes öffentliche Veranstaltungen durchgeführt. Bei gemeinsamen Aktivitäten wie Ausflügen, Festen, Talentebörsen, Patenschaften und anderen lernten sich die Nachbarn besser kennen. Auf dieser Basis wurden Struktruren für nachbarschaftliche Unterstützung geschaffen wie Einkaufshilfen, Hol- und Bringdienste, Besuchsservice, die über eine Anlaufstelle im Wohnprojekt koordiniert wurden. Zur Begleitung demenziell erkrankter Menschen wurde ein qualifizierter Helferkreis aufgebaut.

Die Initiative knüpfte an vorhandene Netzwerke und Projekte an und kooperierte mit Pflegediensten, Wohnungsunternehmen und Bildungseinrichtungen.

Maßnahmen im Projektverlauf

a) Aufbau einer organisierten Nachbarschaftshilfe (NBH) mit Helferkreis

Allgemeines

Aufbau und Start der organisierten Nachbarschaftshilfe sind gut gelungen. Als schnell deutlich wurde, dass sich weder das Angebot noch der Kreis der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer auf den Stadtteil Arnstadt-Ost begrenzen lassen, wurde das Projekt in "Nachbarschaftshilfe Arnstadt" umbenannt.

Die "Nachbarschaftshilfe Arnstadt" wurde nach folgendem Prinzip organisiert: Nach dem Motto "Nachbarn helfen Nachbarn" wurden ehrenamtliche Nachbarschaftshelferinnen und -helfer an unterstützungsbedürftige Menschen vermittelt. Das Unterstützungsangebot wurde individuell zwischen Helfer/in und Hilfeempfänger/in vereinbart und war grundsätzlich kostenfrei. Die Nachbarschaftshilfe wurde entweder regelmäßig, zum Beispiel ein- oder zweimal circa ein bis zwei Stunden wöchentlich, oder nach Abruf bei Bedarf geleistet. Zu den vereinbarten Leistungen gehören beispielsweise Besuche zu Hause, Gespräche, Vorlesen, Begleitungen zum Arzt, beim Einkauf oder ins Theater und anderes. Im Laufe des Projektes kamen Hilfevereinbarungen im Bereich Kinderbetreuung und Angebote für praktische Hilfen im Haushalt hinzu. Klassische Dienst- oder Pflegeleistungen waren ausgeschlossen.

Zwischen den vermittelten Ehrenamtlichen und dem Verein wurde eine Vereinbarung geschlossen, die gleichzeitig den Versicherungsschutz für die Helfer gewährleistete.

Durch Übergabe der "Nachbarschaftshilfe Arnstadt" ab 2015 an die Wohnbehagen Service-Ilmkreis gGmbH konnte die Nachhaltigkeit dieses Teilprojektes gesichert werden.

Anlaufstelle „Nachbarschaftshilfe Arnstadt“ -  Beratung, Koordination und Vermittlung

Ende Mai 2012 wurde die Anlaufstelle "Nachbarschaftshilfe Arnstadt-Ost" eröffnet. Im Mittelpunkt stand 2013 die Aufgabe, die Erreichbarkeit sowie den Beratungsservice der sich nun auf ganz Arnstadt beziehenden Nachbarschaftshilfe zu verbessern und die Anzahl der vermittelten Hilfeleistungen zu erhöhen.

An jedem letzten Dienstag im Monat konnten sich von 15 bis 17 Uhr sowohl Hilfesuchende als auch Interessierte, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, in der Anlaufstelle persönlich beraten lassen. Die Betreuung der Anlaufstelle, Erstbesuche bei Hilfesuchenden sowie die Koordinations- und Vermittlungsaufgaben zwischen Hilfesuchenden und Helfern wurden in der Startphase vom Büro StadtStrategen geleistet. Im Mai 2013 wurde eine ehrenamtliche Kraft gewonnen, die sehr schnell einen Großteil der Aufgaben selbstständig übernehmen und ausbauen konnte. Zu ihren Beratungsleistungen gehörte auch eine feste Telefonberatungszeit von Montag bis Freitag 10 bis 16 Uhr.

Nach Projektende ging die Organisation und Koordination der "Nachbarschaftshilfe Arnstadt" an die Wohnbehagen Service-Ilmkreis über.

Helferkreis. Ein Betreuungsangebot für Menschen mit Demenz

Als Betreuungsangebot für Menschen mit Demenz wurde im Rahmen der Nachbarschaftshilfe ein "Helferkreis" aufgebaut, der speziell auf die stundenweise neidrigschwellige Betreuung im häuslichen Umfeld gerichtet war. Die Leistungen wurden gegen Aufwandsentschädigung von qualifizierten Helferinnen und Helfern erbracht. Der GSE e. V. ist anerkannter Träger für niedrigschwellige Betreuungsangebote nach § 45a-d SGB XI.

Die Koordination und fachliche Anleitung der qualifizierten Ehrenamtlichen erfolgte durch eine Pflegefachkraft auf der Grundlage einer Ehrenamtsvereinbarung mit dem Projektträger. Zu den Leistungen des Helferkreises gehörten Gespräche und Erinnerungsarbeit zu Hause, Begleitung bei Spaziergängen und zum Arzt, Musik hören und anderes.

Nachdem die laufenden Betreuungen im zweiten Halbjahr endeten, haben die qualifizierten ehrenamtlichen Kräfte die Möglichkeit, sich bei dem neuen Träger der "Nachbarschaftshilfe Arnstadt" einzubringen.

b) Aktivierung und Stärkung der Nachbarschaft  

Allgemeines

Zweiter Hauptbaustein des Projektes "Miteinander in Arnstadt-Ost" waren nachbarschaftsfördernde Aktivitäten im Wohnprojekt (circa 80 Bewohnerinnen und Bewohner) und im Quartier Arnstadt-Ost.

Innerhalb des Wohnprojektes ist die Unterstützung und gegenseitige Hilfe für die Mehrzahl der Bewohnerinnen  und Bewohner bereits selbstverständlich geworden. Davon profitieren insbesondere die Hochbetagten, aber auch die Familien mit Kindern und Alleinstehende.

Etwa die Hälfte der Bewohner/innen der Hausgemeinschaft nahm 2013 an Treffen und Feiern der Gemeinschaft teil, die etwa alle 2 Monate stattfanden (Terrassenfest, Weinfest, Frauentagsfeier, Weihnachtsfeier u.ä.). Zudem wurden die Sport- und Fitnessräume in beiden Häusern genutzt und gepflegt. Auch der Hof und Gartenbereich wurde teilweise selbst bepflanzt und mit selbst gebastelten Skulpturen dekoriert. So entstanden viele Möglichkeiten der Betätigung und der Begegnung.

Neben der Stärkung dieser Aktivitäten innerhalb der Hausgemeinschaft im Wohnprojekt zielte das Projekt  „Miteinander in Arnstadt-Ost“ darauf ab, mit ehrenamtlichem Engagement die Nachbarschaft im Quartier zu stärken.

2013 erweiterten sich die regelmäßigen Angebote für die Nachbarschaft, von denen bereits 2012 einige im Rahmen von „Miteinander in Arnstadt-Ost“ angeschoben wurden. Hinzu kamen weitere Einzelveranstaltungen. Diese Angebote wurden durch engagagierte Bewohnerinnen und Bewohner und teilweise durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der organisierten Nachbarschaftshilfe initiiert und durchgeführt.

Regelmäßige Angebote für die Nachbarschaft

  • NACHBARSCHAFTSCAFÉ Bewohner/innen des Wohnprojektes organisierten das NACHBARSCHAFTSCAFÉ jeden dritten Donnerstag im Monat selbstständig und ehrenamtlich. Mit dem NACHBARSCHAFTSCAFÉ öffnete das Wohnprojekt seinen Gemeinschaftsraum für die Öffentlichkeit. Mit Kaffee und Kuchen auf Spendenbasis und einem unterhaltsamen beziehungsweise wissenswertem Beitrag hatte sich ein kostengünstiges Angebot insbesondere für die Menschen im Wohnprojekt und der gesamten Nachbarschaft etabliert, die nicht mehr so mobil sind. Zu den Themen 2013 gehörten unter anderen Dias & Geschichten aus dem Alten Arnstadt, Indien - Reisevortrag, gemeinsames Singen, Ausflug zum Neideckturm Arnstadt, Sterben & Tod als Teil des Lebens. Die Gäste des NACHBARSCHAFTSCAFÉs kamen miteinander ins Gespräch und lernten sich besser kennen. Hemmschwellen und Vorurteile wurden schrittweise abgebaut, der eigene Horizont durch die Beiträge erweitert.
  • Qualifizierungsangebote für die Nachbarschaft
    Aufgrund des Wunsches der Bewohnerschaft, sicherer zu sein, wenn Erste Hilfe in der unmittelbaren Nachbarschaft erfoderlich wird, wurden im Juni und September 2012 zwei Erste-Hilfe-Kurse "In Notsituationen richtig reagieren" im Gemeinschaftsraum durchgeführt. Die Kurse wurden für die gesamte Nachbarschaft im Wohngebiet angeboten.
    Im Laufe des Jahres 2013 wurden verschiedene "Vormittagsangebote" initiiert. Erfolgreich durchgeführt wurde Englisch für Nachbarn als Kursangebot einer ehrenamtlichen Nachbarschaftshelferin sowie ein Gedächtnistraining-Schnupperkurs.
  • Kreativangebot NÄHKISTE
    Seit April 2013 trafen sich Mädchen und Jungen, Frauen und Männer jeden Alters einmal im Monat von 15 bis 17 Uhr im Gemeinschaftsraum. Dort wurde gemeinsam genäht, gestrickt aber auch Schmuck und saisonale Dekoration gebastelt. Das öffentliche Angebot wurde von Menschen mit und ohne Handicap so gut angenommen, dass die NÄHKiste ab Juni 2013 zweimal monatlich, jeden zweiten und vierten Donnerstag, im Monat öffnete. Organisation und Leitung lagen in der Hand einer engagierten Bewohnerin und anderen Frauen. Veranstalter war der Verein in Kooperation mit dem DIREKT e. V. Stoffe, Materialien und Nähmaschinen und anderes wurden gespendet.
  • SAMSTAGSPILGERN. Ausflüge für Menschen mit und ohne eingeschränkter Mobilität
    Gemeinsam mit der Selbsthilfegruppe "Für ein selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Behinderungen" wurden fünf Ausflüge für Menschen mit und ohne Behinderungen durchgeführt. Zu Fuß, mit dem Rollstuhl oder mit einem "Rollfiets" wurden interessante Orte in der näheren Umgebung von Arnstadt gemeinsam aufgesucht und besichtigt. Ein "Rollfiets" ist ein Fahrrad, an dem über dem Vorderrad ein stabiler Sitz montiert ist, auf dem eine normal schwere erwachsene Person Platz nehmen kann. So wurden gemeinsame Erlebnisse für Nachbarn und Bewohner möglich, die den meisten wegen ihrer körperlichen Einschränkung verwehrt geblieben wären.

Ausgewählte Einzelveranstaltungen 2012 - 2014

  • 25. Mai 2012 Kinderfest
    Gemeinsame Aktion des DIREKT e. V. (Kinder- und Jugendarbeit) mit Unterstützung des Gemeinsam statt einsam e. V. So wurde aus dem Kinderfest ein Mehrgenerationenfest für die gesamte Nachbarschaft im Ostviertel.
  • 19. Juli 2012 1. Nachbarschaftsbörse
    Bunter, aktiver Nachmittag für Alt und Jung. Kaffee und Kuchen, Basteln, Boule spielen oder gemeinsames Wimpelnähen brachte Kinder, Familien, Senioren näher und Nachbarn miteinander ins Gespräch. An Hilfe oder am Helfen Interessierte informierten sich, Kontakte wurden geknüpft. Zum Ausklang wurde unter dem Motto "Wir haben den Rost - Sie haben die Wurst" mitgebrachtes Bratgut gemeinsam auf dem Grill zubereitet
  • 29. November 2012 Weihnachtliches Plätzchenbacken mit Alt & Jung
    (ebenfalls in Kooperation mit dem DIREKT e. V.) Das "miteinander Tun" in der Adventszeit fördern: Kinder helfen und lernen von den Älteren und umgekehrt, Umgang miteinander üben, Hemmschwellen abbauen
  • 19. Januar 2013 Jubiläums-Bewohner-Werkstatt
    Zur Stärkung des nachbarschaftlichen Miteinanders innerhalb der Bewohnerschaft von Gemeinsam statt einsam. Generationswohnen in Arnstadt-Ost wurde im Januar 2013 eine halbtägige Werkstatt durchgeführt. Ziel der Veranstaltung war es, drei Jahre nach dem Einzug der über 80 Bewohnerinnen und Bewohner einen gemeinsamen Rückblick und Ausblick zu versuchen. Was möchten die Bewohner/innen nicht mehr missen im Alltag? Wie gelingt Nachbarschafts-hilfe innerhalb der Hausgemeinschaft besonders gut? Welche Erwartungen wurden noch nicht erfüllt? Was kann sich verbessern? Die Ergebnisse wurden in einem Foto-Protokoll festgehalten.
  • 14. Juni 2013 Mehrgenerationen SPORT-SPIEL-FEST
    Zum zweiten Mal fand das Sport-Spiele-Fest in Kooperation mit dem DIREKT e. V. (Kinder- und Jugendarbeit) statt. Ein Höhepunkt der Aktivitäten zur Stärkung der Nachbarschaft im zweiten Projektjahr: In den Gemeinschaftsräumen, auf der Terrasse, im Hof bis hinaus auf die öffentliche Grünfläche der Käfernburger Straße gab es Spiel- und Bewegungsangebote für alle Generationen mit Hüpfburg, Jung & Alt-Teams, Brettspiele, Kinderschminken u.a. kreative Angebote - ein Mehrgenerationenfest für die gesamte Nachbarschaft im Ostviertel.
  • 6. November 2013 Verkehrsteilnehmerschulung für die Nachbarschaft
    Vom Vereinsvorstand wurde eine Schulung für insbesondere ältere Verkehrsteilnehmer im Gemeinschaftsraum organisiert. Die Veranstaltung bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern , egal ob als PKW-Fahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger, Gelegenheit, die Verkehrsregeln der Straßenverkehrsordnung aufzufrischen. Darüber tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über besondere ortstypische Situationen aus.
  • 18. Juni 2014  Sport-Spiele-Generationenfest
    Bereits zum dritten Mal veranstalten der Gemeinsam statt einsam. Generationswohnen in Arnstadt-Ost e. V. gemeinsam mit dem DIREKT e. V. ein Mehrgenerationenfest für Arnstadt-Ost. Zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der Mieterschaft und der Stadt Arnstadt engagieren sich bei der Vorbereitung und Durchführung des Festes. An die hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 0 bis über 90 Jahren betätigen sich sportlich und kreativ, oder genießen die gesellige Atmosphäre bei Kaffee, Kuchen und Bratwurst.
  • 28. Juni 2014 Terrassenfest im Wohnprojekt
    Feiern stärkt den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl. Deshalb pflegen die über 80 Bewohnerinnen und Bewohner der Mietergemeinschaft im Wohnprojekt saisonale Feste, wie zum Beispiel das Sommerfest auf der Gemeinschaftsterrasse.
  • 17. Juli 2014 Nachbarschaftsausflug
    Der traditionelle Sommerausflug im Rahmen des NACHBARSCHAFTSCAFÉs führt in diesem Jahr nach Plaue zum Birkenhof. Das öffentliche Angebot für die gesamte Nachbarschaft von Arnstadt-Ost  ist auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu meistern, durch die Anfahrt per Bus, Bahn oder PKW. Vor Ort warten eine fachgerechte Führung, ein Besuch des Museums mit Alltagsgegenständen sowie Kaffee und Kuchen.
  • August 2014 Flohmarkt
    Erstmalig wurde ein Flohmarkt auf dem Gelände des Wohnprojektes veranstaltet. Kaufen, verkaufen, stöbern, handeln und darüber ins Gesperch kommen. Die gesamte Nachbarschaft des Ostviertels war dazu eingeladen und kam zahlreich.

Qualifikation der Ehrenamtlichen und Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit

Fester Bestandteil des Projektes war die Aktivierung, Motivation/Begleitung und Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit für die Nachbarschaftsaktivitäten - eine wichtige Voraussetzung um kontinuierliche Nachbarschaftsaktivitäten in Arnstadt-Ost zu etablieren.

Treffen der ehrenamtlichen Nachbarschaftshelferinnen und Nachbarschaftshelfer: Austausch und geselliges Ereignis

Halbjährlich trafen sich die ehrenamtlichen Nachbarschaftshelferinnen und Nachbarschaftshelfer in geselliger Runde. Alle  gelisteten Nachbarschaftshelferinnen und -helfer sowie die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Helferkreises wurden zu den Treffen eingeladen. Die Veranstaltungen dienten einerseits dazu, sich gegenseitig besser kennen zu lernen und andererseits, dem Erfahrungsaustausch untereinander. Letzteres hat sich als sehr wichtig und notwendig gezeigt. Die Helferinnen und Helfer waren mit ihrem anspruchsvollen Engagement im Alltag oft allein und brauchten die Unterstützung und Bestätigung für ihr soziales Engagement. Beim Treffen im Mai 2013 wurden zudem Weiterbildungsthemen ausgewählt und terminlich abgestimmt.

Die ehrenamtlichen Nachbarschaftshelferinnen und Nachbarschaftshelfer der Nachbarschaftshilfe Arnstadt arbeiteten kostenfrei oder für eine geringe Aufwandsentschädigung. Die halbjährlichen Treffen waren gleichzeitig eine Form des Dankes und der Würdigung dieses anspruchsvollen Ehrenamtes.

Weiterbildungsangebote für Nachbarschaftshelferinnen und Nachbarschaftshelfer

Im Jahr 2013 wurden zwei Weiterbildungen durchgeführt: Gesprächsführung (Teil 1)  "Endlich jemand, der mir zuhört..." am 2. August 2013 und (Teil 2)  "Ach, Sie wollen schon wieder gehn?" am 25. Oktober 2013 jeweils von 15 bis 18 Uhr im GSE-Gemeinschaftsraum.

Das Projekt wurde von einer intensiven Presse- und Öffentlichkeitsarbeit begleitet.

Werkzeuge aus dem Projekt

Helferkreis – Ein Betreuungsangebot für Menschen mit Demenz

Der Helferkreis war Bestandteil der Nachbarschaftshilfe Arnstadt. Die Qualifizierung der ehrenamtlichen Helferinnen wurde aus Projektmitteln finanziert. Gegen Aufwandsentschädigung betreuten sie Menschen mit Demenz stundenweise zu Hause. Zur Abrechnung der Leistungen nach § 45a-d SGB XI mit der Pflegekasse hat sich der Verein "Gemeinsam statt einsam. Generationswohnen in Arnstadt-Ost" als Träger für niedrigschwellige Betreuungsangebote anerkennen lassen. Der Helferkreis bot Gespräche und Erinnerungsarbeit zu Hause, Begleitung bei Spaziergängen und zur Arztpraxis, Musik hören und so weiter. Auch die neue Trägerin der Nachbarschaftshilfe Arnstadt bietet diese Leistungen an und ergänzt sie noch durch haushaltsnahe Dienstleistungen.

Nachbarschaftscafé

Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnprojektes "Gemeinsam statt einsam. Generationswohnen in Arnstadt-Ost" organisieren das Nachbarschaftscafé regelmäßig ehrenamtlich und selbstständig. In ihrem Gemeinschaftsraum treffen sich dort Menschen aus dem Wohnprojekt und der Nachbarschaft zu Kaffee und Kuchen auf Spendenbasis. Die Treffen sind verbunden mit jeweils einem unterhaltsamen oder informativen Beitrag und haben sich als kostengünstiges Angebot für diejenigen etabliert, die nicht mehr so mobil sind. Sie kommen über Dias und Geschichten aus dem alten Arnstadt, Reise- und andere Vorträge oder gemeinsames Singen ins Gespräch. Einmal im Jahr wird ein Ausflug in die Umgebung organisiert.

Nähkiste

Frauen und Männer jeden Alters mit und ohne Behinderung treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Nähen, Handarbeiten und Basteln im barrierefreien Gemeinschaftsraum des gemeinschaftlichen Wohnprojekts "Gemeinsam statt einsam. Generationswohnen in Arnstadt-Ost". Organisation und Leitung liegen in der Hand einer engagierten Bewohnerin des Wohnprojekts. Ein Großteil des dazu notwendigen Zubehörs wie Stoffe, Materialien und Nähmaschinen erhält die Initiative durch Spenden. Das Konzept "Nähkiste" wurde bereits erfolgreich von der neuen Trägerin der Nachbarschaftshilfe Arnstadt aufgegriffen.

Samstagspilgern inklusiv! Ausflüge für Menschen mit und ohne Behinderung

Zu Fuß, mit dem Rollstuhl oder dem gemieteten "Rollfiets" organisiert ein engagierter Bewohner des Wohnprojekts "Gemeinsam statt einsam. Generationswohnen in Arnstadt-Ost" Ausflüge in die Umgebung von Arnstadt. Ein "Rollfiets" ist ein Fahrrad, an dem über dem Vorderrad ein stabiler Sitz befestigt ist, auf dem eine normal schwere erwachsene Person Platz nehmen kann. So haben auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen Gelegenheit, an gemeinschaftsbildenden Erlebnissen teilzuhaben, die ihnen sonst wegen ihrer Behinderung verwehrt geblieben wären.

Eindrücke von der Nachbarschaftsbörse:

Ein einzelner Stuhl auf einem rasen. Link öffnet das Bild vergrößert in einer Lightbox mit Bildergalerie.
Jung und Alt auf einer Terrasse., Link öffnet das Bild vergrößert in einer Lightbox mit Bildergalerie.
Flipchart mit Mindmap. Link öffnet das Bild vergrößert in einer Lightbox mit Bildergalerie.
 

Fotos: StadtStrategen. Bürogemeinschaft für integrative Stadtentwicklung

Auszeichnung

Das Projekt wurde am 15. November 2012 auf dem 2. Thüringer Demografiekongress mit dem Thüringer Zukunftspreis ausgezeichnet.

Veröffentlichung Fachbuch

Altersgerechte Entwicklungschancen für Quartiere durch gemeinschaftliche Wohnformen: Hausgemeinschaft "Gemeinsam statt einsam. Generationswohnen in Arnstadt-Ost“ von Cathrin Trümper (Autorin)
ISBN: 3954254026
Verlag/Erscheinungsort: disserta Verlag, Hamburg

Öffentlichkeitsarbeit

Vereinsinternetseite

Die wichtigsten Informationen zum Projekt sowie die Termine der Angebote sind auf der Internetseite der Stadt Arnstadt/Bildung&Soziales/Soziale Vereine zu finden: www.arnstadt.de

Veranstaltungen und die Beratungsangebote der „Nachbarschaftshilfe Arnstadt“ werden auf der Internetseite der Stadt Arnstadt, im stadteigenen Veranstaltungsnewsletter sowie in der Lokalpresse veröffentlicht.