Förderzeitraum abgelaufen

Ausbau des Seniorennetzwerks Schäbisch Gmünd für ein betreutes Wohnen zu Hause

Mit aktivierenden Hausbesuchen, einer Neuausrichtung der Hilfen für pflegende Angehörige und Generationenbüros in allen Stadtvierteln wird das Seniorennetzwerk Schwäbisch Gmünd um neue Angebote der Nachbarschaftshilfe erweitert.

Förderzeitraum

Oktober 2011 bis April 2012

Programm

Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen

Arbeitsfeld

Kooperation und Vernetzung / Ergänzung und Bündelung von Angeboten / Schließung von Versorgungslücken / Profi-Laien-Mix

Projektträger

Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd
Marktplatz 37
73525 Schwäbisch Gmünd
Baden-Württemberg
www.schwaebisch-gmuend.de

Kurzbeschreibung

Das bestehende Seniorennetzwerk aus den sieben Bausteinen Wohnberatung, Begleitdienst, Pflegebegleitung, Fahrdienst, Hospizgruppe, handwerklicher Seniorendienst und Mittagstisch wurde um neue Bausteine in den Bereichen Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen erweitert. Ziel war es, durch den Aufbau eines engmaschigen Netzwerks mit Trägerinnen und Trägern der ambulanten Altenhilfe, Generationen- und Stadtteilbüros, Pflegestützpunkt, Demenzstützpunkt, weiteren Beratungsstellen, Stadtseniorenrat, den Kirchen sowie Nachbarschaftshilfen, Vereinen, Wohnbaugesellschaften und Familienangehörigen eine gute Versorgung älterer und hilfebedürftiger Menschen sicher zu stellen

Maßnahmen im Projektverlauf

  • Ausbau des Bausteins "Seniorenfahrdienst"
  • Aufbau des Bausteins „aktivierender Hausbesuch“ mit Gewinnung und Schulung von Ehrenamtlichen, die mit Älteren in ihrem Zuhause gemeinsam musizieren
  • Durchführung einer erfolgreichen Würdigungsveranstaltung für pflegende Angehörige
  • Bedarfserhebung bei pflegenden Angehörigen zur Neuausrichtung der Angebote
  • Öffentlichkeitsarbeit zur Steigerung des Bekanntheitsgrades des Seniorennetzwerkes (Internetauftritt, Vorstellung des Projektes in lokalen Gremien und Einrichtungen, Informationsveranstaltungen und anderes)
  • Ausbau der Zusammenarbeit mit den sozialen Diensten mit Abschluss von  Kooperationsvereinbarungen

Anfang 2015 ist das Netzwerk auf 12 Bausteine angewachsen, die ergänzend oder anstelle von familiären Netzen Hilfen bieten. Darunter finden sich die "Brücke aus der Klinik in den Alltag", die nach einem Krankenhausaufenthalt vorübergehend Unterstützung bietet, das "Morgenohr", einem regelmäßigen Anrufdienst bei allein lebenden älteren Menschen oder der Mittagstisch "unter d´Leut", der an sieben Tagen die Woche in wechselnden Stadtteilbegegnungsstätten Schwäbisch Gmünds stattfindet. Das Mittagessen in geselliger Runde können sich auch ältere Menschen mit wenig Einkommen leisten, da das Angebot von den Gmünder Stadtwerken finanziell unterstützt wird.

Werkzeuge aus dem Projekt

Aktivierender Hausbesuch

Ehrenamtliche besuchen allein lebende ältere Menschen zuhause, die keine nahestehenden Angehörigen oder Freundinnen und Freunde haben. Mit ihrer Gesellschaft bringen die Engagierten etwas Abwechslung in den Alltag der Besuchten und ermöglichen ihnen Teilhabe und soziale Kontakte. Das Besondere an den aktivierenden Hausbesuchen in Schwäbisch Gmünd ist, dass die Ehrenamtlichen für und mit den Älteren musizieren. Auch bringt das Streicheln und der Kontakt mit einem Hund für viele Besuchte Lebensfreude mit sich. Dazu kooperiert das Seniorennetzwerk unter Federführung der Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd mit dem Malteser Hilfsdienst, der speziell für diese Aufgabe ausgebildete Besuchshunde und Hundeführerinnen und Hundeführer bereitstellt.

Begrüßungsmappe für Ehrenamtliche

Bevor neue Ehrenamtliche im Seniorennetzwerk Schwäbisch Gmünd mit ihrer Tätigkeit beginnen, erhalten sie eine eigens entwickelte Begrüßungsmappe. Neben einem durch den Bürgermeister unterzeichneten Begrüßungsschreiben werden die für das Ehrenamt geltenden Rahmenbedingungen erläutert. Außerdem enthält sie Vordrucke für die Aufnahme, für eine Vereinbarung und für eine Bescheinigung über die ehrenamtliche Mitarbeit.

Brücke aus der Klinik in den Alltag

Die Wohnung heizen, den Kühlschrank füllen, Medikamente besorgen oder den Koffer packen für die Reha – das sind die Aufgaben der Ehrenamtlichen, die im Seniorennetzwerk Schwäbisch Gmünd allein lebenden Menschen zur Seite stehen, die nach einem Krankenhausaufenthalt vorübergehend Unterstützung brauchen. Die Zuwendung hilft bei der Genesung, verhindert einen "Drehtüreffekt" in der Klinik und beugt voreiligen Heimeinweisungen vor. Sie ist zeitlich begrenzt und beinhaltet keine pflegerischen oder hauswirtschaftlichen Aufgaben. Die "Brücke aus der Klinik in den Alltag" wird in Kooperation mit dem Stauferklinikum durchgeführt.

Mittagstisch, auch Generationen und Kulturen übergreifend

Den Mittagstisch "unter d´Leut" in Schwäbisch Gmünd gibt es an sieben Tagen in der Woche, immer in einer anderen Stadtteilbegegnungsstätte Schwäbisch Gmünds. Damit sich auch Menschen mit wenig Einkommen ein Mittagessen in geselliger Runde leisten können, kooperiert die Stadtverwaltung mit der Stadtwerke Schwäbisch Gmünd GmbH, die einen Zuschuss für Bedürftige übernimmt.

Morgenohr

Ein offenes Ohr und Zeit zum Plaudern und Zuhören – das haben die Ehrenamtlichen des Seniorennetzwerks Schwäbisch Gmünd, die sich im Baustein „Morgenohr“ engagieren und die regelmäßig mit einem älteren Menschen telefonieren. Und sie merken, wenn jemand mal nicht ans Telefon geht, weil etwas nicht stimmt. In diesem Fall wird eine vorher benannte Ansprechperson aus der Familie, Nachbarschaft oder einer Arztpraxis informiert, die dann nach dem Rechten schaut.

Zusatzinformationen

Um sich ein Bild vom Unterstützungsbedarf pflegender Angehöriger zu machen und die weiteren Angebote darauf ausrichten zu können, wurde ein Fragebogen entwickelt.

Die Bausteine und Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner des Seniorennetzwerkes sind in einem Flyerabgebildet.

Im Seniorennetzwerk wurde eine "Begrüßungsmappe für Ehrenamtliche" entwickelt, die Vordrucke für die Aufnahme, die Begrüßung und eine Bescheinigung sowie die Rahmenbedingungen für das Ehrenamt und eine Vereinbarung über die ehrenamtliche Mitarbeit enthält.