Förderzeitraum beendet

Alte, Alleinerziehende und Kinder – andersWOHNEN in der sozialen Stadt, Nürnberg

Alte, Alleinerziehende und Kinder – Bau eines Wohnhauses in der sozialen Stadt

Das Projekt

Neubau eines Mehrfamilienhauses als Generationenwohnprojekt für Senioren und Alleinerziehende.  Link öffnet das Bild vergrößert in einer Lightbox mit Bildergalerie.
  • Neubau eines Mehrfamilienhauses auf innerstädtischer Brache
  • Generationenwohnprojekt für Senioren und Alleinerziehende
  • Gründung einer Genossenschaft und Beteiligung der Genossenschaftsmitglieder von Anfang an
  • gegenseitige Unterstützung und Versorgungsverbund
  • integrierte Kindertagesstätte
  • Gemeinschaftsräume
  • Öffnung in den Stadtteil
  • Verbindung mit Vorhaben und Zielen des Programms Soziale Stadt

Der Standort

Karl-Bröger-Platz
90459 Nürnberg
Bayern
www.anderswohnen-nuernberg.de

Nutzungskonzept

Unterschiedliche Generationen in einem Haus

In dem geplanten Neubau sollen insgesamt 44 1- bis 3-Zimmer-Wohnungen entstehen, davon circa zwei Drittel für Seniorinnen und Senioren und ein Drittel für alleinerziehnde Mütter oder Väter mit ihren Kindern. Ältere und jüngere Bewohnerinnen und Bewohner sollen in einer Hausgemeinschaft zusammen leben und sich dabei – ähnlich wie in einem Familienverbund – gegenseitig unterstützen und voneinander profitieren. So können die älteren und zumeist allein lebenden Menschen die jüngeren zum Beispiel entlasten, indem sie zeitweise die Kinder betreuen. Auch Erfahrungswissen können sie durch die entstehenden Kontakte weitergeben. Indem sie auf diese Weise ihre Ressourcen zur Verfügung stellen, bleiben sie aktiv und vereinsamen nicht. Gleichzeitig können die Älteren durch die mobilen Jüngeren praktische Unterstützung im Alltag erfahren, die ihnen dabei hilft, möglichst lange selbstständig und selbstbestimmt in der eigenen Wohnung zu leben. Auch bei beginnender Pflegebedürftigkeit kann die Gemeinschaft Hilfe leisten. Das gemeinschaftliche Leben soll durch eine selbstorganisierte Hausgemeinschaft getragen werden, unterstützt durch den zu gründenden Versorgungsverbund für Leistungen im hauswirtschaftlichen und pflegerischen Bereich. In das Wohnhaus integriert wird eine Kindertagesstätte mit Raum für drei Gruppen, in denen Kinder aus dem Haus und auch aus dem Stadtteil ganztägig betreut werden können.

Gemeinschaftsleben und Wirken in den Stadtteil

Um das Zusammenleben der Generationen in einem Haus zu unterstützen, sind zusätzlich zu den Wohnungen mehrere Gemeinschaftsräume sowie ein Café vorgesehen. Die Gemeinschaftsräume sollen für die Hausbewohner zur Verfügung stehen, zum großen Teil aber auch für den Stadtteil offen sein. Auch kulturelle Veranstaltungen sollen hier stattfinden. Dieses Hineinwirken in den Stadtteil ist wesentlicher Bestandteil des Konzepts. Mit der Schaffung neuer Wohnformen und ergänzender Infrastrukturangebote fügt sich dieses Projekt in die Ziele ein, die im Rahmen des Programms Soziale Stadt für das Gebiet Galgenhof-Steinbühl insgesamt umgesetzt werden sollen. Auch räumlich gibt es eine enge Verzahnung mit Vorhaben dieses Programms. Der im Jahr 2000 fertiggestellte Südstadtpark befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Auf diese Weise setzt das Projekt einen Akzent zur Aufwertung eines Stadtteils mit besonderem Entwicklungsbedarf und wendet sich – erstmals in dieser Art – der Schnittstelle von Altenhilfe, Generationensolidarität und Städtebaupolitik zu.

Architektur

Städtebauliche Einordnung und Architektur des Neubaus

Das 1.500 Quadratmeter große Grundstück, auf dem der Neubau entstehen wird, ist eine innerstädtische Brache am Karl-Bröger-Platz, die bisher als Parkplatz genutzt wird. Das Gebäude wird die angrenzende Blockrandbebauung abschließen und im nördlichen Bereich durch seine Viertelkreis-Form die Struktur des Karl-Bröger-Platzes aufnehmen, der damit eine größere Geschlossenheit erhält. Der zum Platz ausgerichtete viertelkreisförmige Gebäudeteil wird im Erdgesschoss das öffentlich zugängliche Café beherbergen und damit zur Belebung des Platzes beitragen. Dieser Teil des Hauses wird architektonisch zusätzlich betont, indem er ein Geschoss mehr als die beiden angrenzenden sechsgeschossigen Gebäudeteile hat. Das Gebäude wird als Passivhaus geplant und auf 124 Quadratmetern Dachfläche Solarkollektoren erhalten.

Die Wohnungen

Vorgesehen sind 4 1-Zimmer-Wohnungen, 19 2-Zimmer-Wohnungen und 17 3-Zimmer-Wohnungen und 4 4-Zimmer-Wohnungen mit jeweils unterschiedlichen Größen und Grundrissen. Die Wohnungen sind zwischen 40 und 98 Quadratmeter groß. Das Gebäude und alle Wohnungen werden barrierefrei gebaut. Im ersten Geschoss ist darüber hinaus eine 65 Quadratmeter große Rollstuhlfahrerwohnung nach DIN 18025 Teil 1 geplant. Die meisten Wohnungen haben einen Balkon oder eine Terrasse, die im Dachgeschoss besonders großzügig ausgelegt sind. Im Kellergeschoss befinden sich die Abstellräume für die Wohnungen sowie eine Tiefgarage mit 20 Stellplätzen.

Gemeinschaftsräume und Freiflächen

Das Erdgeschoss ist im Wesentlichen den Gemeinschaftsräumen sowie der Kindertagesstätte vorbehalten, die hier etwa die Hälfte der Fläche einnimmt. Weitere Gemeinschaftsräume befinden sich auf den Wohnetagen und stehen den Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses für die Organisation ihres Gemeinschaftslebens zur Verfügung. Ein Gemeinschaftsraum, der auch als Gästewohnung genutzt werden kann, befindet sich im ersten Obergeschoss, ein weiterer sowie eine kleine Bibliothek sind in das Dachgeschoss integriert - beide verbunden mit einer großen Gemeinschaftsterrasse. Ganz oben im Dachgartengeschoss befindet sich im zentralen viertelkreisförmigen Gebäudeteil ein zusätzlicher Gemeinschaftsraum. Den Gemeinschaftsräumen sind barrierefreie WC-Räume zugeordnet. Die Freiflächen sind sehr großzügig bemessen: Der Innenhofbereich ist 580 Quadratmeter groß und kann sowohl von den Bewohnerinnen und Bewohnern als auch von der Kita genutzt werden. Besonders attraktiv ist der Dachgarten mit Flächen von insgesamt rund 210 Quadratmetern, von denen 70 Quadratmeter für einen Spielplatz mit Spielgeräten vorbehalten sind.

Fazit

Durch den geplanten innerstädtischen Neubau wird ein innovatives generationenübergreifendes Wohnprojekt entstehen, das den Bewohnerinnen und Bewohnern ein soziales Miteinander ermöglicht, gleichzeitig aber auch ihre Selbstständigkeit und Privatheit erhält. Durch die genossenschaftliche Struktur und die gegenseitige Hilfe und Unterstützung können ambulante und stationäre Hilfen reduziert werden. Die Öffnung in den Stadtteil und die Aufnahme von Zielen des Programms Soziale Stadt schaffen zusätzliche Synergieeffekte – und beleben den Standort nachhaltig.

Projektdetails

Träger des Gesamtprojekts

Genossenschaft andersWOHNEN eG
Rennweg 50 (RG)
90489 Nürnberg

Träger des Versorgungsverbundes

DMH gemeinnütziger e. V.
Dienstleistungen für Mensch + Haus

Träger der Kindertagesstätte

Humanistisches Sozialwerk Bayern gGmbH
Äußere Cramer-Klett-Straße 11-13
90489 Nürnberg

Architekten
Leistungsphase 1-4

Architekturbüro Dr. Christofer Hornstein
Harfenstraße 15
91054 Erlangen

Fertigstellung

Mai 2009

Gesamtkosten

4.600.000 Euro

Förderung BMFSFJ

500.000 Euro

Fläche

7.208 Quadratmeter Bruttogrundfläche

Wohneinheiten

44 barrierefreie Wohnungen

davon

sieben 1-Zimmer-Wohnungen
siebzehn 2-Zimmer-Wohnungen
zwanzig 3-Zimmer-Wohnungen

Zusätzliche Angebote

Kindertagesstätte
Räume für interne und öffentliche Veranstaltungen
Café

Filmprojekt

Anlässlich der feierlichen Eröffnung des Wohnhauses am 18. Dezember 2009 wurde auch der Dokumentarfilm "anders WOHNEN - von der Idee bis zum Einzug" offiziell vorgestellt. Ein Jahr lang begleiteten die Filmschaffenden Julia Thomas und Thomas Steigerwald die Entstehung des Projekts mit der Kamera. Der Film zeigt die Hoffnungen und Erwartungen, die die Menschen mit dem Projekt verbinden, aber auch die Schwierigkeiten, die es bis zur Realisierung zu überwinden galt. Interviews, Momentaufnahmen und Stimmungsbilder vermitteln erste Eindrücke vom gemeinsamen Leben im neuen Zuhause.

Filmausschnitt für QuickTime Player (30 MB) in der rechten Spalte.

Der gesamte Film hat eine Länge von 88 Minuten und kann als DVD gegen Kostenerstattung von 15 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer und Versandkosten zur privaten Nutzung bezogen werden bei:

Medien PRAXIS e. V.
Oldenburger Straße 15
90425 Nürnberg