Förderzeitraum beendet

Wohn- und Baugemeinschaft Am Maybachufer, Berlin-Neukölln

Haus- und Wohngemeinschaften für Ältere

Das Projekt

Straßenansicht der fünfeinhalb geschossigen Wohnhauses. Link öffnet das Bild vergrößert in einer Lightbox mit Bildergalerie.
Foto: Ruth, V. Ward
    • Gemeinsames Projekt einer Gruppe von 7 Frauen und 4 Männern zwischen 60 und Mitte 80, als Paare oder allein wohnend.
    • Ausbau des Dachgeschosses eines gründerzeitlichen, 5-geschossigen Wohngebäudes mit gewerblicher Nutzung des Erdgeschosses in einem innerstädtischen Stadtteil mit besonderem Entwicklungsbedarf (Soziale Stadt).
    • Schaffung eines altersgerechten, modernen Wohnangebotes mit sieben Wohneinheiten zwischen 50 und 90 Quadratmetern und einem großzügigen Gemeinschaftsbereich von insgesamt 160 Quadratmetern.
    • Einbeziehung der späteren Bewohner in den Planungsprozess zur individuellen Gestaltung der sparsam ausgestatteten Wohnungen (nur Kochgelegenheiten, nur bodengleiche Duschen in den Sanitärbereichen).
    • Gemeinschaftsbereich mit großzügigem Aufenthaltsraum für gemeinsame Essen und Veranstaltungen, mit vorgelagerter Terrasse und einer komfortabel ausgestatteten Küchenzone. Ebenfalls zum Gemeinschaftseigentum der Dachgemeinschaft gehören ein Wirtschaftsraum, ein Gäste-WC, ein Gästezimmer und ein großes rollstuhlgerechtes Bad (DIN 18040-2) mit Dusche und Badewanne.
    • Energiesparende Bodenheizung mit Kapillarrohrmatten, Installationen für ein BHKW, konstruktiver Holzbau unter Verwendung ökologischer Baumaterialien, umweltbewusste, extensive Dachbegrünung zur Abpufferung von Temperaturspitzen im Sommer und Temperaturminima im Winter.
    • Natürliche Belichtung - kontrastreich und damit altersgerecht - der innenliegenden Bäder und Flure, barrierefreie Nutzung des gesamten Dachgeschosses inklusive Terrasse.
    • Querlüftung über das Dach durch zu öffnende Lichtkuppeln.

    Der Standort

    Maybachufer 20-21
    12047 Berlin
    Berlin

    Hintergründe

    Weil sich die traditionellen Familienstrukturen grundlegend verändert haben, ist das Wohnprojekt in ein bestehendes Freundschaftsnetz eingebunden. Es ist ein Versuch – von vielen gegenwärtigen, vergleichbaren Projekten – das Leben nach dem Beruf so lange wie möglich in der eigenen Wohnung aktiv und selbstbestimmt zu gestalten. Die Zuschnitte der Wohnungen und des Gemeinschaftsbereiches, die Anordnung aller Räume auf einer Ebene mit der barrierefreien Zugänglichkeit der zum Projekt gehörenden Flächen und die innerstädtische Lage bieten den Bewohnern des Dachgeschosses die Gelegenheit, Kontakt und Kommunikation zu finden, wenn sie es wünschen - sei es zu den Mitbewohnern des Dachgeschosses oder auch im Wohnumfeld. Wenn aber das Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe besteht, bieten die komplett ausgestatteten, kleinen Wohnungen auch dafür die Voraussetzungen.

    Seit 2012 wohnen wir in dem Dachgeschoss. Bereits vor Abschluss der Bauarbeiten haben wir gemeinsam die Schösslinge für die extensive Dachbegrünung eingepflanzt. Die alltäglichen Aufgaben koordinieren wir und bewältigen sie mit weniger Aufwand als für den Einzelnen. Das hat auch finanzielle und praktische Vorteile für jeden: preiswerte Großeinkäufe, gemeinsame Haushaltshilfe, weniger Heiz- und Energiekosten, weniger Groß- und Kleingeräte in den einzelnen Haushalten, Verzicht auf eigene Autos, stattdessen aber Komfort, den wir uns als Einzelne sonst nicht leisten könnten.

    Zeitlich befristete Krisen einzelner Mitglieder werden wir mit gegenseitiger Unterstützung bewältigen. Ambulante Pflege werden wir auch leichter zu mehreren finanzieren. Bei diesem Projekt können wir länger ohne fremde oder institutionelle Hilfe in unserer Wohnung bleiben, als wenn wir für uns alleine in einer Wohnung leben würden.

    Zusammenleben regt an - und auf! Beides hält die Psyche in Schwung.