Förderzeitraum beendet

Sankt Raphael Seniorenzentrum - betreutes Wohnen und Gemeinschaftsangebote, Wallenhorst

Weiterentwicklung zukunftsorientierter Wohn– und Pflegeangebote für alte Menschen

Das Projekt

Gartenansicht. Link öffnet das Bild vergrößert in einer Lightbox mit Bildergalerie.
  • Bau seniorengerechter Wohnungen angegliedert an Altenpflegeheim, Kindergarten und Bücherei
  • betreutes Wohnen, Pflege-, Gemeinschafts- und Kommunikationsbereiche
  • Teilhabe älterer Menschen am gemeinschaftlichen Leben
  • Stätte der Begegnung für unterschiedliche Generationen

Der Standort

Bergstraße 8
49134 Wallenhorst
Niedersachsen
www.st-raphael-hollage.de

Nutzungskonzept

Verbindung von Pflege, Wohnen, Kommunikation

Das bestehende Altenpflegeheim St. Raphael mit 39 Plätzen für stationäre Pflege und 5 Kurzzeitpflegeplätzen wurde durch Angebote für betreutes Wohnen und Gemeinschaftsaktivitäten ergänzt. Kern des Nutzungskonzeptes ist es, Wohnen, Pflege und generationenübergreifende Kommunikation zu bündeln und den älteren Menschen eine vielfältige Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben zu ermöglichen. Die Rahmenbedingungen hierfür waren günstig: In einem Nachbargebäude des Pflegeheims waren bereits der Kindergarten sowie eine Bücherei untergebracht, die sich ebenfalls in Trägerschaft der Kirchengemeinde befinden. Auch die Caritas-Sozialstation hat hier ihren Sitz. Der gesamte Komplex liegt nur wenige Gehminuten vom Zentrum des Wallenhorster Ortsteils Hollage entfernt, wo sich Geschäfte, Ärzte und Apotheke befinden.

Betreutes Wohnen

In dem neu errichteten Gebäudeteil sind 15 barrierefreie Zwei–Zimmer–Wohnungen für das betreute Wohnen entstanden - ein Angebot, das das Leben im Ortsteil wesentlich bereichert. Die Wohnungen sind jeweils für zwei Personen konzipiert. Die Bewohnerinnen und Bewohner leben hier selbstständig, haben aber gleichzeitig die Sicherheit, dass ihnen jederzeit bedarfsgerechte Hilfe und Betreuung aus der benachbarten Sozialstation zur Verfügung steht. Für eine eventuell notwendige ambulante Pflege gibt es auf jeder Etage nicht zuletzt ein Therapiebad. Die Wohnungen selbst sind mit einer Dusche ausgestattet. Sollte eine stationäre Pflege erforderlich werden, bleibt beim Umzug in das unmittelbar angegliederte Heim das vertraute Umfeld erhalten. Vor allem Paare schätzen den räumlichen und organisatorischen Zusammenhang von Pflegeheim und Wohnung, gerade wenn ein Partner stationäre Pflege benötigt.

Reges Gemeinschaftsleben

Kontakte der Bewohnerinnen und Bewohner untereinander und ihre Einbindung in das Leben der Gemeinde sind wichtige Ziele des Konzepts. Das BMFSFJ hat deshalb speziell den Neubau der Gemeinschaftsbereiche gefördert.

Als Zentrum für Begegnung und Kommunikation wurde das Café im Eingangspavillon konzipiert. Hier können zum Beispiel die Bewohnerinnen und Bewohner des betreuten Wohnens gemeinsam zu Mittag essen oder Geburtstage feiern. Das Café steht darüber hinaus der Bewohnerschaft des Pflegeheims sowie allen Gemeindemitgliedern offen. Betrieben wird es ehrenamtlich - zur Zeit einmal wöchentlich - von Frauen aus der Gemeinde und einer Bewohnerin des betreuten Wohnens. Auch Ausstellungen und ähnliches finden hier statt.

Zwei Clubräume erfüllen vielfältige Funktionen: Sie dienen als Aufenthaltsraum für die Bewohnerinnen und Bewohner des betreuten Wohnens, als Gästezimmer für ihre Angehörigen oder auch als Besprechungsraum für das Personal. Vor allem die Nutzung als Gästezimmer ist für die älteren Menschen wichtig, weil sie dadurch engen Kontakt zu Angehörigen halten können.

Rege genutzt wird die Therapieküche. Sie dient nicht nur dem Zubereiten der täglichen Mahlzeit, sondern dort trifft man sich, um gemeinsam zu backen, zu kochen und zu plauschen. Sie ist willkommenes Freizeitangebot, knüpft an vorhandene Interessen und Fähigkeiten an und stärkt die aktive Betätigung und gegenseitige Unterstützung der Bewohnerinnen und Bewohner.

Die unmittelbare räumliche Nähe zum Kindergarten und zur Bücherei ist eine Chance für die Begegnung der Generationen und für die Teilhabe am sozialen Leben. So ist es bereits Tradition geworden, dass Seniorinnen und Senioren regelmäßig im Kindergarten vorlesen oder in der Bücherei helfen.

Architektur

Die Gesamtanlage Pflegeheim und Kindergarten sind durch einen dreigeschossigen Neubau verbunden worden. Dadurch ist eine U–förmige Anlage entstanden. Der Neubau wurde in die Hanglage des Geländes eingepasst. Er besteht aus dem Wohngebäude, das sich in zwei Teile gliedert, und einem Rundbau mit dem zentralen Eingangsbereich für das betreute Wohnen und dem übergreifenden Kommunikationszentrum. Der Rundbau ist prägend für die gesamte Anlage. Durch die großflächige Verglasung wirkt er transparent und einladend. Vom Rundbau aus erreicht man das zentrale Treppenhaus und den Aufzug. Ein weiteres Treppenhaus befindet sich im westlichen Teil des Neubaus. Das Wohngebäude ist auf jeder Etage mit dem Pflegeheim verbunden. Die Gesamtanlage wird im Süden durch einen Wald begrenzt.

Der Wohnbereich

Im Erdgeschoss und in den beiden oberen Etagen des Neubaus befinden sich jeweils fünf Wohnungen. Sie haben unterschiedliche Grundrisse und sind circa 62 Quadratmeter groß. Alle Wohnungen verfügen über eine großzügige Diele als Eingangsbereich, einen Wohn– und einen Schlafraum, eine Küche, ein Duschbad und einen Balkon. Die Wohnbereiche und Balkone sind nach Süden ausgerichtet. Etwa auf der Mitte jeder Etage ist das Therapiebad angeordnet, das dadurch von allen Wohnungen aus gut zu erreichen ist. Für jede Wohnung gibt es auf der Etage oder im Hanggeschoss separate Räume, wo die Bewohnerinnen und Bewohner Waschmaschine und Trockner aufstellen können. Zu jeder Wohnung gehört außerdem ein Kellerraum im Hanggeschoss.

Die Gemeinschaftsräume

Im Erdgeschoss des Rundbaus befindet sich neben einer großzügigen Eingangshalle das circa 50 Quadratmeter große Café. Es wird über seine gesamte Breite von einer 27 Quadratmeter großen überdachten Sommerterrasse umschlossen. Neben dem Café befinden sich die behindertengerechten WC–Anlagen. Die beiden multifunktionalen Clubräume mit jeweils circa 22 Quadratmeter finden Platz im ersten und zweiten Obergeschoss des Rundbaus. Im Hanggeschoss ist neben den Funktionsräumen und den Mieterkellern auch die Therapieküche untergebracht. Außerdem gibt es hier einen Friseur für die gesamte Bewohnerschaft des Pflegeheims und des betreuten Wohnens. Durch die Hanglage des Gebäudes sind diese Räume natürlich belichtet.

Fazit

Mit dem Neubau ist es gelungen, eine gewachsene Einrichtung durch eine interessante Architektur und eine Vielfalt der Angebote attraktiv zu ergänzen. Das Projekt hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, ein aufeinander abgestimmtes Konzept — Wohnen, Pflege, Kommunikation und Gemeinschaft — zu verwirklichen. Der nach der Fertigstellung nunmehr seit einigen Jahren erfolgreich laufende Betrieb zeigt, dass die Idee funktioniert und Jung und Alt zueinander finden.

Projektdetails

Träger

Katholische Kirche St. Josef Hollage

Architekt

igk Ingenieurgemeinschaft Krabbe
Am Mühlengarten 5
49076 Osnabrück

Fertigstellung

1997

Gesamtkosten

2.337.000 Euro

Kosten Gemeinschaftsbereiche (ohne Wohnungen)

841.000 Euro

Förderung BMFSFJ

256.000 Euro

Fläche

1.960 Quadratmeter Nettogrundfläche mit Wohnungen
554 Quadratmeter Gemeinschafts- und Kommunikationsbereiche
15 Zwei–Zimmer–Wohnungen

Zusätzliche Angebote

Pflegeheim
Kurzzeitpflege
Sozialstation
Bücherei