Förderzeitraum beendet

BRK Senioren– und Servicezentrum, Neutraubling

Weiterentwicklung zukunftsorientierter Wohn– und Pflegeangebote für alte Menschen

Das Projekt

Vorderansicht BRK Senioren- und Servicezentrum in Neutraubling. Link öffnet das Bild vergrößert in einer Lightbox mit Bildergalerie.
  • Servicezentrum mitten im Ort
  • Modern und lichtdurchflutet
  • Wohnen in Einzelzimmern
  • Offene Angebote für Jung und Alt

Der Standort

Marktplatz 3
93073 Neutraubling
Bayern
www.bvniederbayern.brk.de/senioreneinrichtungen/neutraubling/brk-senioren-u.-servicezentrum-neutraubling

Nutzungskonzept

Soziale und kulturelle Infrastruktur im Ortszentrum

Das Senioren– und Servicezentrum deckt nicht nur den Bedarf an Alten– und Pflegeheimplätzen, sondern stärkt durch seine zentrale Lage und seine Angebote das Gemeinwesen in Neutraubling. Schon in der Planungsphase wurden die Bürgerinnen und Bürger in das Projekt einbezogen. Dies hat sich sehr bewährt. Ziel war und ist, mit einer Mehrfachnutzung gemeinschaftlicher Räume als Altenbegegnungsstätte und stadtteiloffenen Dienstleistungen vor allem die Kommunikation und Begegnung, aber auch die Hilfe und Betreuung älterer Menschen in Neutraubling zu verbessern. Die Einrichtung verfügt über Tagungs– und Veranstaltungsräume, die auch von Externen genutzt werden, zum Beispiel von der Volkshochschule, Sportgruppen oder einem Schachclub. Die Kirchen bieten stadtoffene Gottesdienste und Besucherkreise. Ein Kindergarten, in Trägerschaft der Stadt, und ein Gebäude mit acht betreuten Wohnungen schließen unmittelbar an das Gebäudeensemble an.

Schwerpunkt im stationären Bereich

In der Planung war ein gemischtes Angebot an Wohnplätzen für ältere Menschen vorgesehen, im Betrieb hat sich der Schwerpunkt eher zur vollstationären Wohnpflege verlagert. Das Haus gliedert sich in drei Stationen. Es gibt keine Trennung nach Pflegebedürftigkeit. Auf den Stationen leben jeweils pflegebedürftige (Pflegestufe 1 bis 3) und rüstige Bewohnerinnen und Bewohner zusammen, um sich gegenseitig helfen zu können. Das zunächst geplante Kurzzeitpflegeangebot umfasste sechs Plätze in Einzelzimmern. Da die Nachfrage danach jedoch gering ist, die Nachfrage nach stationären Plätzen aber groß, wurden bis auf einen die Kurzzeitpflegeplätze ohne Umbauaufwand in normale Wohnpflegeplätze umgewandelt. Die ursprünglich für die Tagespflege vorgesehenen Räume werden inzwischen für die gerontopsychiatrische Tagesgruppe und für die Pflegedienstleitung genutzt.

Service im Haus

Viele ergänzende Angebote haben die Altenhilfeeinrichtung zu einem wichtigen und integrativen Servicezentrum gemacht, das allen Neutraublinger Bürgerinnen und Bürgern offensteht. Das Café lädt alle ein, im Sommer kann man draußen sitzen und das Treiben auf dem großen Marktplatz beobachten. Verschiedene Praxen, Fußpflege, Friseur und das Sanitätshaus erweitern das Spektrum. Café und Sanitätshaus sind vom Marktplatz aus zugänglich. Zum Haus gehört außerdem eine Kapelle, in der die Kirchen regelmäßige Gottesdienste und Messen halten und die von allen Bürgerinnen und Bürgern besucht werden können.

Architektur

Wohnen wie in einem Hotel

Vom Marktplatz kommend betritt man das Senioren– und Servicezentrum in einem Foyer, das einer modernen Hotellobby gleicht. Es ist mit sehr modernen und bequemen Sitzgruppen ausgestattet. Das Foyer geht in einen Multifunktions– und Speiseraum über. Das Gebäude in dreigeschossiger Riegelbauweise gliedert sich in sieben miteinander verbundene "Häuser". Die Räume sind überwiegend einbündig angeordnet. Der Eindruck, eher in einem Hotel als in einem Alten– und Pflegeheim zu sein, setzt sich in allen Geschossen fort. Lichtdurchflutete Flure, die immer auch den Blick nach draußen ermöglichen, lassen diese Atmosphäre ebenso aufkommen wie die gut gelungene Erschließung. Die als Galerie ausgebildeten Flure in den Häusern 5 und 6 wirken durch das Glasdach besonders hell und freundlich. Dort können die Bewohnerinnen und Bewohnerinnen vor ihrem Zimmer am Geschehen im Haus teilhaben. Für ältere Menschen, deren Lebensraum sich auf das Haus konzentriert, und insbesondere für demenziell Erkrankte mit ausgeprägtem Bewegungsdrang, sind die langen, hellen Flure von Vorteil.

Stationen mit mehreren Wohnbereichen

Die Einrichtung ist organisatorisch in drei Stationen gegliedert, die sich in mehrere Wohnbereiche aufteilen. Zu einem Wohnbereich gehören in der Regel 24 Bewohnerzimmer. Jede Station verfügt außerdem über ein Dienstzimmer, ein Pflegebad, einen Spülraum sowie einen Gruppenwohnraum beziehungsweise Tagesraum mit Pantryküche. Mittelpunkt der pflegerischen Tätigkeit sind die Dienstzimmer auf den einzelnen Stationen. Pflegearbeitsräume und Lagermöglichkeiten für Wäsche und Pflegematerialien gibt es zentral auf jeder Etage.

100% Einzelzimmer — optimal zugeschnitten

Alle Bewohnerzimmer sind Einzelzimmer mit einer Größe von 23 Quadratmetern: Zimmer (16 Quadratmeter), Vorraum (3 Quadratmeter), Bad (4 Quadratmeter). Außerdem gibt es einige wenige größere Einzelzimmer. Der Grundriss der Zimmer ermöglicht mit seinem annähernd quadratischen Zuschnitt eine gute Belichtung — alle Zimmer verfügen über französische Fenster beziehungsweise Balkonfenster — und flexible Möblierung. Wenn die Bewohnerinnen und Bewohner möchten, können sie ihre Zimmer selbst möblieren. Die Zimmereingänge, die sich in kleinen Nischen befinden, wurden wie Wohnungseingänge gestaltet: mit Namensschild, bewohnereigenem Briefkasten und Klingel. Jedes Zimmer verfügt über ein privates Telefon und eine Rufanlage, die sowohl im Zimmer als auch im Bad ausgelöst werden kann. Im stationären Wohnpflegebereich können 16 Einzelzimmer einfach zu acht Appartements zusammengelegt werden — zum Beispiel für Ehepaare. Diese wichtige Flexibilität erleichtert es, auf einen sich verändernden Bedarf reagieren zu können.

Wohnen in der Gemeinschaft

Die Tagesräume mit Pantryküche auf den Stationen sind für gemeinsame Mahlzeiten der Seniorinnen und Senioren und für Aktivitäten auf der Station gedacht. Durch ihre offene Gestaltung laden sie jederzeit zum Verweilen ein. Die zusätzlichen, offenen Aufenthaltsräume im ersten und zweiten Obergeschoss sind mit ihren französischen Fenstern zu beiden Seiten ebenfalls sehr hell und einladend. Der im Erdgeschoss zentral gelegene Multifunktions– und Speiseraum (83 Quadratmeter) kann für größere Veranstaltungen zusammen mit dem Foyer als Saal genutzt (300 Quadratmeter) werden. Für gemeinschaftliche Aktivitäten bietet das Haus verschiedenste Räumlichkeiten: einen Gymnastikraum, einen Hobbyraum zum Basteln und Werken, eine Bewohnerbücherei. Neu ist ein Computer–Angebot für Seniorinnen und Senioren, das gut angenommen wird und auch zunehmend für die therapeutische Arbeit genutzt wird.

Viel Transparenz und barrierefrei zugängliche Freibereiche

Der Baukörper wurde insgesamt sehr transparent gestaltet, sodass viel Tageslicht in das Haus gelangt und viele Ausblicke nach außen möglich sind. Ein Teil der Zimmer hat direkten Zugang ins Freie. Die Erdgeschosszimmer verfügen über ebenerdige Terrassen; durchlaufende Fluchtbalkone an zwei Fassadenseiten können als Austritt genutzt werden. Für alle Bewohnerinnen und Bewohner ist der "Brunnenhof" — Innenhof mit Bäumen, Springbrunnen und Gartenmöbeln — ein windgeschützter, barrierefrei erreichbarer Aufenthaltsort im Freien, der gut angenommen und genutzt wird. Auf der Südseite des Senioren– und Servicezentrums schließt unmittelbar der Marktplatz an. In jüngster Zeit wurden hier neue Bäume gepflanzt, sodass der Platz noch grüner und einladender geworden ist.

Fazit

Die Lage ist bemerkenswert und selten anzutreffen: wirklich zentral, unmittelbar am Markplatz. Die Akzeptanz der Einrichtung ist hoch, sie wird gut angenommen. Insbesondere der 100-prozentige Einzelzimmeranteil ermöglicht den Bewohnerinnen und Bewohnern eine gut ausgestaltete Privatheit und Individualität.

Projektdetails

Träger

Bayerisches Rotes Kreuz
Bezirksverband Niederbayern/Oberpfalz
Dr. Leo–Ritter–Straße 5
93049 Regensburg

Architekt

Architektenpartnerschaft
Hanns–J. Huber
Alfred Spitzner
Bischofshof am Dom
93047 Regensburg

wissenschaftliche Begleitung 1998–2000

Weeber+Partner
Emser Straße 18
10719 Berlin

Fertigstellung

1995

Gesamtkosten

15.300.000 Euro

Förderung BMFSFJ

1.023.000 Euro

Fläche

8.010 Quadratmeter Nettogrundfläche
79 Quadratmeter Nettogrundfläche pro Platz

Plätze

102 Plätze gesamt
101 stationäre Pflege
1 Kurzzeitpflege
Gerontopsychiatrische Tagesgruppe

Zusätzliche Angebote

Stadtteiloffene Cafeteria
Offener Mittagstisch
Begegnungs– und Beratungsräume
Praxis für Ergotherapie
Praxis für Podologie
Praxis für Naturheilkunde
Fußpflege
Friseur
Offener Mittagstisch für Seniorinnen und Senioren der Stadt
Öffentliche Gottesdienste