Workshop I
"Modellprojekt - und dann? Impulse für die Weiterarbeit nach Förderende"
Termin: 10. Februar 2014Ort: Jugendherberge, Köln-Deutz
Dokumentation
Programm zum Workshop, nicht barrierefrei (PDF, 153 KB)
Einladungsflyer, nicht barrierefrei (PDF, 917 KB)
Alle Fotos: BaS e. V.
Tagesmoderation:
Eva-Maria Antz, Stiftung Mitarbeit, Bonn
Begrüßung
Einstieg
- Mit welchen Erfolgen aus meinem Projekt bin ich hergekommen?
- Was ist unser Markenzeichen?
- Was schreiben wir uns auf die Fahne?
- Nachbarschaftsentwicklung hat begonnen, nachhaltig zu wirken
- Die soziale Idee zum Mitmachen!
- Viele Angebote mit Kooperationspartnern, Vernetzung und viele Ehrenamtliche, die mitmachen
- Steigende Zahl der NutzerInnen unseres Projekts und der Häufigkeit
- Bisher 24 neue Freiwillige und zwei neue Kooperationsvereinbarungen!
- Wachsender Kreis an Nachbarschafts- und Demenzhelfern, Bekanntheit in der Gesamtstadt
- Ein eigenes Fahrzeug wurde angeschafft
- Gewinnung und enge Bindung von Ehrenamtlichen und Akteuren im Projekt!
- Bürgerschaftliche Aktivierung
- Unser Projekt 'Zuhause alt werden' ist in zwei Stadtteilen gut verankert und vernetzt
- 19 Freiwillige qualifiziert, die sich jetzt als Wohnberaterinnen, in Nachbarschaftshilfen und Dorfmoderation engagieren
- Praxistaugliche Werkzeuge für lebendige Nachbarschaftsarbeit
- Technikinteresse wurde geweckt. Technikkompetenzen bestehen bei älteren Mieterinnen und Mietern und hohe Bereitschaft zu helfen
- Schlichtung ohne Wasserwerfereinsatz bei einem Bauprojekt im Süden Deutschlands
- Gute öffentliche Resonanz Presse / Veranstaltungen
- Gute öffentliche Wahrnehmung
- Akzeptanz
Fundraising: Netzwerke strategisch gestalten
Christiane Radecki, Fundraising-Managerin
Da es in Sachen Verstetigung oft auch um die Akquise neuer Finanzmittel für hauptamtliche Mitarbeitende geht, stellte Fundraising-Managerin Christiane Radecki in ihrem Eingangsvortrag das Einmaleins des Fundraising vor und betonte die Notwendigkeit einer strategischen Gestaltung von Netzwerken.
- Präsentation, nicht barrierefrei (PDF, 3,8 MB)
- Linkliste, nicht barrierefrei (PDF, 388 KB)
- BaS-Link- und Publikationsliste, nicht barrierefrei (PDF, 374 KB)
Möglichkeiten des § 45 SGB XI – Kommunales Praxisbeispiel
Sabine Dahlmann, Koordinatorin des ehrenamtlichen Seniorenbegleitservices beim Fachdienst für Seniorenarbeit
Sabine Dahlmann erläuterte im Anschluss praxisnah, wie auf der Grundlage des § 45 SGB XI niedrigschwellige Betreuungsangebote mit Finanzierung der Pflegekassen organisiert werden können.
Präsentation, nicht barrierefrei (PDF, 770 KB)
Aus der Praxis für die Praxis: Wie geht es weiter?
Praxiswerkstatt A: Kooperation und Vernetzung tragfähig gestalten
- Wie schaffen wir es, dass unsere Partner anstelle von Lippenkenntnissen konkrete Unterstützung für unser Projekt leisten?
- Wie können wir neue Kooperationen aufbauen?
- Wie verstetigen wir bestehende Kooperationen?
- Brauchen wir ein breites Netzwerk oder Exklusivpartnerschaften?
Empfehlungen aus dieser Praxiswerkstatt:
Um die richtigen Kooperationspartner zu finden und neue Kooperationen aufzubauen, sind folgende Punkte hilfreich:
- Recherchieren: wie "tickt" der Partner?
- Wer passt zu uns und unserer Organisation?
- Netzwerke der Partner nutzen
- Lokalpolitik nutzen
- "Bühne" bieten, zum Beispiel auf Veranstaltungen
- Überblick bieten ("Wir sind Experten in der Sache")
- Als soziale Dienstleister auftreten
- In Bausteinen denken und verschiedene Elemente für Kooperationen anbieten
- Protokolle über Treffen mit Partner
- Kooperationsvereinbarung schließen (gegebenenfalls als Türöffner bei anderen). Achtung: Gemeinnützigkeit beachten
- Spüren lassen: Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und professionelles Arbeiten
Um von Lippenbekenntnissen zur verbindlichen Finanzzusage zu kommen, ist es wichtig, nicht nur Kooperationspartner zu finden, sondern eine Bindung an das Projekt zu erreichen.
Dies kann gelingen, indem die Projektverantwortlichen
- den Nutzen für beide Partner verdeutlichen
- definieren: wo ist der gemeinsame Nenner?
- Kontakt mit vergleichbaren Projekten aufnehmen
- durch Vernetzung Synergien schaffen und Türöffner bei Kooperationspartnern suchen
- kontinuierliche Information und Kommunikation pflegen
- Verschiedene Möglichkeiten akzeptieren – auch ideelle Unterstützung
- Alleinstellungsmerkmal definieren (wichtig für Öffentlichkeitsarbeit)
- gemeinsame Aktivitäten planen
- eine klare Arbeitsteilung sowie gegenseitige Entlastung und Qualitätssteigerung vereinbaren
Für eine vertiefende Bearbeitung im Nachgang des Workshops bekamen die Teilnehmenden weiterführende Fragen an die Hand: Handreichung 'Weiterführende Fragen von Frau Brauers', nicht barrierefrei (PDF 411 KB)
Praxiswerkstatt B: Haupt- und ehrenamtliche Kräfte bündeln und (neu) justieren
Wesentliche Aspekte, um Ehrenamtliche zu gewinnen:
- Direkte Ansprache
- Gute Öffentlichkeitsarbeit (von Zeitungsanzeigen bis zu ansprechenden Berichten von Engagierten)
- Marketing für das Projekt/das Anliegen
- Mögliche Tätigkeiten sichtbar machen
- Klare Rahmenbedingungen verdeutlichen
- An Motivationen anknüpfen
- Ansprechperson für Interessierte
- Konzept für die Gewinnung von Ehrenamtlichen
Wesentliche Aspekte, um Ehrenamtliche zu halten:
- Anerkennungskultur
- Qualifizierungsangebote (nicht nur zu Beginn)
- Vereinbarungen
- Mitgestaltungsmöglichkeiten
- Möglichkeiten zur Konfliktbearbeitung
- Ansprechperson
- Konzept für die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen
Empfehlungen aus der Diskussion in der Praxiswerkstatt:
- Hauptamtlichkeit ist für die Sicherung von Strukturen unverzichtbar!
- Damit Ehrenamtliche auch Verantwortung übernehmen, sind verlässliche Rahmenbedingungen wichtig.
- Die Kontinuität des Ehrenamts ist nicht von alleine gegeben, sollte aber immer wieder gezielt unterstützt werden – zum Beispiel auch durch die Kontinuität von Ansprechpersonen.
- Ehrenamtliche sind nicht nur in ihrem jeweiligen konkreten Engagement wichtig, sondern sie haben auch eine wichtige Bedeutung für die politische Durchsetzung der Projektarbeit.
- Es gilt, beständig für eine öffentliche Anerkennung und politische Unterstützung der Projekte zu sorgen.
Handouts:
- Freiwilligencharta des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, nicht barrierefrei (PDF, 42 KB)
- Handreichung für die Zusammenarbeit mit älteren Freiwilligen (BAGSO), nicht barrierefrei (PDF, 151 KB)
Praxiswerkstatt C: Öffentlichkeitsarbeit: Zielgruppen strategisch ansprechen
Zielgruppen – Botschaften
Medien-Analyse
Praxisbeispiel
Die Gruppe entschied sich dafür, ein Beispiel aus dem ländlichen Raum exemplarisch zu bearbeiten: Ein Einkaufsbus bringt mehrmals pro Woche Senioren mit eingeschränkter Mobilität zu Supermärkten in der Umgebung. Der Fahrdienst wird ehrenamtlich geleistet. Das Problem ist die Finanzierung der Unterhaltskosten des Busses (circa 800 Euro/Jahr).
Die Gruppe formulierte Botschaften für die Zielgruppe der möglichen Geldgeber, nämlich die Geschäftsführer der angefahrenen Supermärkte. So zum Beispiel: "Mit mir findest Du Deine Kunden", "Wir halten die Kaufkraft am Ort", "Du bist unser Multiplikator", und analysierte anhand eines Rechenbeispiels den Profit für die Gesprächspartner: "Ich spreche deine Sprache: und komme mit Zahlen".
Als Ergebnis entwarfen die Teilnehmenden eine Fundraising-Strategie: In persönlichen Gesprächen soll jeder Geschäftsführer um Spenden in dreistelliger Höhe gebeten werden. Darüber hinaus formulierten sie Botschaften, um die Projektbeteiligten zu stärken: Nicht als Bittsteller auftreten, sondern mit der Haltung: "Ich bin Dein starker Partner".
Empfehlungen
- Selbstbewusst und nicht als Bittsteller auftreten
- Dreiklang "Denken – Fühlen – Tun" beachten
- Botschaften knapp und klar formulieren
Individuelle Planung der anstehenden Schritte zur Verstetigung
Welche Schritte werden wir in den nächsten zwei Wochen gehen? (grüner Fuß)
- Projektteam eine Zusammenfassung des Workshops geben
- Auswertung des Workshops mit Team und Vorstand, Schlussfolgerungen ziehen, konkrete Festlegungen treffen
- Mit Kollegen über den heutigen Workshop reden, neue Ziele definieren
- Kooperationslandkarte vertiefen und dem Vorstand vorstellen
- Vorstandssitzung / Projektetreffen: Ziele, Schwerpunkte, Zuständigkeiten abstimmen, Perspektiven und Varianten
- Absprache mit Kooperationspartner, welche Gruppe übernommen werden kann
- Für Angebote sorgen beim Kooperationspartner
- Mit in Frage kommenden Kooperationspartnern zusammensetzen
- Konkrete Recherchen zu zukünftigen Kooperationspartnern: wie „tickt“ der Partner, was können wir geben?
- Mitteilung an Mieter nächste Schritte im Quartier
- Zielgruppen genauer definieren
- Konzeptweiterentwicklung
- Anstoß Demenzbegleitung, Absprachen / Spielregeln
- GKV Modellvorhaben § 125 SGB XI: Erfahrungen, Kreativität, Mut, Hartnäckigkeit, Vision
- Neue Sichtweisen, kreative Lösungen finden
Welche Schritte werden wir in den nächsten drei Monaten gehen? (oranger Fuß)
- Bisherige und neue Partner nochmals analysieren und Kooperationsziele konkretisieren
- Handlungsstrategien aus den Kooperationslandkarten entwickeln und angehen
- Kooperationspartner suchen; beziehungsweise wer könnte Projekt (Bausteine) übernehmen?, Fundraising in "kleine Päckchen" packen, Finanzplan 2015 in Varianten denken
- Kontakt mit neuen Kooperationspartnern, Finanzierungskonzept ab 2015 erstellen für WW!
- Planung langfristiger Übernahme der Technikschulungen /-hilfen (durch WSG), back-up durch andere Uni Siegen-Projekte
- Netzwerkarbeit: Kooperationspartner, Kirchengemeinde, Vereine des Ortes
- Netzwerk ausbauen
- Öffentlichkeitsarbeit weiter ausbauen, Treffen mit Ehrenamtler
- EA-Qualifizierung zur Selbstorganisation der Gruppen, Finanzierungsmöglichkeiten aufzeigen
- Zielgruppenkommunikation überprüfen und organisieren, Homepage überarbeiten
- 3 Adressen potenter Geldgeber recherchieren und Kommunikationsziele benennen
- Nutzen, Netzwerk, Angebot, Förderprogramme checken
- Um politische Unterstützung werben, an Haltungen arbeiten
- Barrierefreie Umgestaltung der Außenanlage
Die Ergebnisse zeigen:
Tagesauswertung
- "Der Workshop bot viele Impulse und konkrete Anregungen. Ich kann jetzt den Mehrwert für die Projektpartner sowie die Ziele der Kooperation besser darstellen."
- "Wir haben gute Anregungen bekommen, wie wir den Wohnungsunternehmen den Nutzen unseres Projektes näherbringen können. Die Frage bleibt, wie es weitergeht – die Einnahmen aus dem Projekt reichen nicht aus, den hauptamtlichen Koordinator zu finanzieren."
- "Der Workshop und die Praxiswerkstatt waren für unser Projekt sehr hilfreich. Wir können nun klarer Zuständigkeiten und Aufgaben für Ehrenamtliche formulieren und werden versuchen, Ehrenamtliche für Leitungsaufgaben zu gewinnen."
- "Die Lebensqualität im Wohnquartier hängt davon ab, was dort passiert und welche Angebote es gibt. Ich habe etwas über die richtige Betreuung von Ehrenamt erfahren und nehme erste Ideen mit, was von unserem Wohnungsunternehmen aus zu tun ist."
- "Der Workshop war super organisiert. Wir haben viel gelernt und ganz konkretes Handwerkszeug bekommen."
- "Die Praxiswerkstatt hat mir gut gefallen. In der kleinen Gruppe konnte man konkret auf die Projekte eingehen und viel von der Arbeit an der Basis erfahren."
Zum Schluss
Mut
Mut gibt es gar nicht. Sobald man überlegt, wo man ist,
ist man schon an einem bestimmten Punkt.
Man muss nur den nächsten Schritt tun.
Mehr als den nächsten Schritt kann man überhaupt nicht tun.
Wer behauptet, er wisse den übernächsten Schritt, lügt.
So einem ist auf jeden Fall mit Vorsicht zu begegnen.
Aber wer den nächsten Schritt nicht tut, obwohl er sieht,
dass er ihn tun könnte, tun müsste, der ist feig.
Der nächste Schritt ist nämlich immer fällig.
Der nächste Schritt ist nämlich nie ein großes Problem. Man weiß ihn genau.
Eine andere Sache ist, dass er gefährlich werden kann. Nicht sehr gefährlich.
Aber ein bisschen gefährlich kann auch der fällige nächste Schritt werden.
Aber wenn du ihn tust, wirst du dadurch, dass du erlebst,
wie du ihn dir zugetraut hast, auch Mut gewinnen.
Während du ihn tust, brichst du nicht zusammen, sondern fühlst dich gestärkt.
Gerade das Erlebnis, dass du einen Schritt tust, den du dir nicht zugetraut hast,
gibt dir ein Gefühl von Stärke.
Es gibt nicht nur die Gefahr, dass du zu viel riskierst,
es gibt auch die Gefahr, dass du zu wenig riskierst.
Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße.







































