Workshop III
"Wohnen und Pflege älterer Menschen in Stadt und Land: Wie gelingt die Zusammenarbeit zwischen Fachkräften und ehrenamtlich Engagierten?"
Termin: 07. Mai 2014Ort: Tagungszentrum Neue Mälzerei, Berlin
Dokumentation

- Welche zukunftsweisenden Modelle gibt es im und außerhalb des Programms?
- Was funktioniert besonders gut?
- Wo sind die Möglichkeiten und die Grenzen ehrenamtlicher Hilfen?
- Wie können Aufgaben und Verantwortung zwischen den Akteuren gut verteilt werden?


Moderation:
Ursula Woltering, Leiterin Fachbereich Jugend und Soziales der Stadt Ahlen
Programm des Workshops, nicht barrierefrei (PDF, 353 KB)
Einladungsflyer, nicht barrierefrei (PDF, 747 KB)
Alle Fotos: BaS e. V.
Einführungsvortrag
Ein Dorf übernimmt den Generationenvertrag
Gerhard Kiechle, Bürgermeister außer Dienst Eichstetten "Nichts ist ansteckender als ein gutes Beispiel" - nach dieser Devise berichtete Gerhard Kiechle, 1981 bis 2005 Bürgermeister der Gemeinde Eichstetten am Kaiserstuhl, aus der Praxis seiner Kommune. Auch im Ruhestand ist er unermüdlich unterwegs, um bei Fachkräften und Entscheidungsträgern die Bürgergemeinschaft Eichstetten vorzustellen. Seine Erfahrung: Der demografische Wandel ist vor allem in den Dörfern spürbar. Eichstetten ist eine Gemeinde mit circa 3400 Einwohnern im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg. Die Kommune betreibt seit den 1990er Jahren eine intensive Förderung Bürgerschaftlichen Engagements und einen lokalen Agenda 21-Prozess. In vielen Gesprächsrunden, Workshops und Diskussionen mit den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde wurde ein ganzheitliches Konzept entwickelt, das den Generationenvertrag im eigenen Dorf verwirklicht. Kiechle stellte die "Philosophie" dieses Generationenvertrages vor. Sie laute: Ältere Menschen sollen in der Mitte der Gesellschaft leben können. Dies erfordere ein Umdenken aller Beteiligten: "Die Gesellschaft muss sich wandeln von der Versorgungs- zur Mitwirkungsgesellschaft".

Ziel der Bürgergemeinschaft ist es, die vielfältigen sozialen Aufgaben und Herausforderungen im Dorf anzunehmen und Strukturen zur Unterstützung hilfebedürftiger Bürgerinnen und Bürger aufzubauen.
Das Ziel, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner im Dorf bleiben können, wird durch ein breit gefächertes Wohn- und Versorgungsangebot erreicht, das vom betreuten Wohnen zuhause oder in barrierefreien Wohnungen über eine Tagesbetreuungsgruppe und eine ambulante Pflegewohngruppe bis hin zu einem integrativen Tagescafé reicht und von einem hohen Bürgerengagement getragen wird. "Beteiligung erzeugt Verantwortung" resümiert Kiechle den beschrittenen Weg.
Kiechle forderte, auch andernorts müssten sich die Kommunen der Themen im demografischen Wandel annehmen und Lösungen für die notwendige Versorgung älterer Menschen vor Ort finden. "Es macht sonst niemand! Die Kommunen können den Kopf nicht mehr aus der Schlinge ziehen", ist sich Kiechle sicher. Die kommunale Daseinsvorsorge sei im Grundgesetz festgeschrieben. Daraus lasse sich die Notwendigkeit einer sorgenden Gemeinschaft, der "Caring Community", ableiten.
Präsentation, nicht barrierefrei (PDF, 2,83 MB)
Weitere Informationen: www.buergergemeinschaft-eichstetten.de
Erfahrungen aus den Modellprojekten
Themenblock I: Wohnen bleiben zu Hause im Zusammenspiel von Familie, Nachbarschaft, Engagierten und professionellen Diensten
Miteinander in Arnstadt-OstSelbstbestimmtes Leben auf dem LandSeniorenwohngruppe in KülzLebens(t)raum inklusive
Miteinander in Arnstadt-Ost
Das Konzept: die "Nachbarschaftshilfe Arnstadt-Ost" ist ehrenamtlich, kostenfrei und bietet zeitlich überschaubare Hilfen an, jedoch keine Pflege und keine haushaltsnahen Dienstleistungen. Ergänzende Leistungen nach § 45 SGB XI bietet ein "Helferkreis" von qualifizierten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern an. Eine hauptamtliche Anlaufstelle im Wohnprojekt koordiniert Anfragen und Hilfen.
Die Angebote der Nachbarschaftshilfe Arnstadt-Ost tragen konkret dazu bei, dass die Bewohnerinnen und Bewohner zu Hause alt werden können. Sie entlasten Angehörige, wenn die Familie nicht vor Ort sein kann, mindern Isolation und Vereinsamung und bieten soziale Kontakte und persönliche Begegnung, so dass auch Ältere mit Hilfebedarf am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. "Nachbarschaftshilfe ist kein Allheilmittel, kann aber dazu beitragen, bestimmte Lücken zu schließen", resümierte Jurrack und kritisierte, dass der Landkreis keinen Plan und kein Konzept habe: "Die ahnen zwar, dass viele alte Menschen da leben, aber es passiert nichts!"
Präsentation, nicht barrierefrei (PDF, 482 KB)
Selbstbestimmtes Leben auf dem Land
Die BIS kooperiert dabei mit örtlichen Pflegediensten, Wohlfahrtsverbänden und der Universität Magdeburg-Stendal. Neuestes Vorhaben ist das Projekt "Leben mit Familienanschluss", in dem Gastfamilien gewonnen werden sollen, ältere Mitbürger aus dem Landkreis bei sich aufzunehmen und mit Unterstützung von professionellen Diensten zu betreuen – ganz nach dem Motto der BIS "Soviel Profis wie nötig – soviel Bürger wie möglich!"
Präsentation, nicht barrierefrei (PDF, 1,1 MB)
Seniorenwohngruppe in Külz
Bürgermeister Aloys Schneider kennt die rund 500 Einwohnerinnen und Einwohner seines Dorfes im Hunsrück alle persönlich. Mit der Anerkennung von Külz als Schwerpunktgemeinde für Dorferneuerung in Rheinland-Pfalz begann in 2006 ein intensiver Entwicklungsprozess in Richtung solidarische Dorfgemeinschaft. "Niemand soll aufgrund seines Alters aus Külz wegziehen müssen", so formulierte Aloys Schneider das Ziel der frühzeitigen Beschäftigung mit dem demografischen Wandel. Einem lokalen Arbeitskreis folgte 2008 die Gründung der Dorfgemeinschaft Külz e. V. durch 71 Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes. Diese eröffnete kurz darauf ein regelmäßig besetztes Bürgerbüro. Es ist Anlaufstelle für Senioren, Familien und Alleinerziehende in Notfällen, vermittelt ehrenamtliche Hilfe im Garten oder im Haushalt, bei den Hausaufgaben oder bei Problemen mit dem Computer und organisiert gemeinsame Freizeitaktivitäten. Heute hat der Bürgerverein rund 130 Mitglieder.

Auf der Plattform "www.vwg-kuelz.de" haben sich derzeit 11 Bewohnerinnen und Bewohner des Ortsteils Gass zusammengeschlossen. Sie tauschen sich über dieses Medium aus und unterstützen sich mit kleinen Hilfen im Alltag gegenseitig. Die entwickelte Plattform kann mit einer erschwinglichen Änderung der Oberfläche von anderen interessierten Dorf- oder Quartiersgemeinschaften übernommen werden.
Jüngstes Projekt ist die im Programm "Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen" sowie durch das Leader-Programm geförderte Einrichtung einer Seniorenwohngruppe im Dorf. War bisher durch Wegzug aus dem Dorf die sofortige Isolation die zwangsläufige Folge, stehen durch Umbau eines leerstehenden Bestandshauses den Bewohnerinnen und Bewohner im Dorf nun fünf barrierefreie Apartments im Dorfkern zur Verfügung. Betreuung und ambulante Pflege werden durch einen Pflegedienstanbieter geleistet. Weitere Angebote wie Mittagstisch, Kurzzeitpflege oder ambulante Pflege stehen auch den älteren Menschen zur Verfügung, die im Dorf zuhause wohnen. Betrieben wird die Wohngemeinschaft durch die Dorfgemeinschaft Külz e. V.
Präsentation, nicht barrierefrei (PDF, 4,7 MB)
Flyer "Virtuelle WG", nicht barrierefrei (PDF, 5,4 MB)
Lebens(t)raum inklusive
Maik Sturde, Lebens(t)raum e. V. Studierende der Theologie und Kirchenmusik, sieben Frauen und Männer mit Mehrfachbehinderung und eine Familie mit Kleinkind: eine ungewöhnliche Mischung. Im "Schlesischen Konvikt" in Halle leben diese Menschen zusammen. "Lebens(t)raum inklusive" heißt das Projekt, das im Programm Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen gefördert wird. Vom praktischen Nutzen der Nachbarschaftshilfe sei bereits häufig die Rede gewesen, konstatierte Martin Gröger, Hausleiter des Wohnprojektes. Doch darüber hinaus seien "Sinn und Glück" für Menschen lebenswichtig. Dies sei im Wohnprojekt "Lebens(t)raum inklusive" im doppelten Sinne verwirklicht.


Mittagspause
Themenblock I: World-Cafés
Unter Einbeziehung der Erfahrungen aus weiteren Projekten vertieften und diskutierten alle Teilnehmenden die Themenstellung des Workshops in zwei parallelen World-Cafés.
World-Café 1: Wohnen bleiben zu Hause – so geht`s!
Moderation: Ursula Woltering
Die meisten Menschen möchten im Alter auch bei Pflegebedarf zu Hause wohnen bleiben. Wie das möglich ist, welche Bedürfnisse zu berücksichtigen sind und welche Aufgaben den unterschiedlichen Akteuren zukommen, diskutierten die Teilnehmenden in World-Café 1. An drei Tischen, deren Besetzung in drei aufeinanderfolgenden Runden bis auf einen "Gastgeber" wechselte, wurden aus den Erfahrungen der Projekte in kurzer Zeit ganz unterschiedliche Antworten auf diese und weitere Fragen zusammengetragen.
Tisch 1
1. Was heißt "Zuhause Wohnen"?
- privater sicherer Raum, Rückzugsort, Geborgenheit
- Unabhängigkeit/Selbstständigkeit
- selber gestalten
- sich mit persönlichen Dingen umgeben – Identifikation
- gewohntes Wohnumfeld
- emotionale Bezüge
- Personen, die hier wichtig sind
- Zeit und Lebensqualität
- Erinnerung an vorheriges Zuhause, Elternhaus – Wurzeln, Heimat
2. Was brauchen die Menschen für ein Wohnen Zuhause im Alter?
A) "Software": emotionale, zwischenmenschliche Bezüge
- andere Menschen, gute Nachbarschaft, vertraute Personen
- raus kommen, Teilhabe
- Gefühl, nicht allein zu sein
- Angebote, unter Leute zu kommen
B) "Hardware":
- Infrastruktur, Dienstleistungen, ärztliche Versorgung
- Individueller Hilfe-Mix
- Barrierefreie, -arme Wohnung und Wohnumfeld
- Fahrdienste
3. Welche Aufgaben kann Familie, Ehrenamt und /oder der Fachdienst erbringen?
- Aufgabe der Fachdienste: Familien im Rahmen des Möglichen in die Pflicht nehmen
- Wichtig: Kommunikation zwischen Familien und Fachdiensten
- Ehrenamt soll Familie unterstützen, zum Beispiel in der Entlastung pflegender Angehöriger, Spaziergänge oder ähnlichem
- Ehrenamt als Scharnier zwischen Familie, Nachbarn, Fachdienst
4. Was bedeutet Partizipation der Betroffenen?"echte Partizipation": selbst bestimmen statt beteiligen
- Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigen
- Einbeziehung der Betroffenen von Anfang an
- auf Augenhöhe sein - zuhören
- Respekt vor anderen Vorstellungen und Normen
- Offen sein für Anpassungen
- Teilhabe ermöglichen: Kultur, Kino, Einkauf (Beispiel guter Praxis: "Kulturpaten für Menschen mit Demenz" in Kiel und Neumünster)
Zudem müsse grundsätzlich auch nach der Partizipation der Ehrenamtlichen gefragt werden.
Tisch 2
1. Sind diese Beispiele übertragbar?
- Die Methodik/Strukturen müssen an Menschen und Bedingungen vor Ort angepasst werden
- Internetplattform für virtuelle WG ist einfach zu übertragen
- Einfache Rechtsform der Initiativen ist überzeugend und ermutigt zur Übernahme
- Man muss nicht das Rad immer wieder neu erfinden
- Initiativen dürfen nicht zu stark von einzelnen Menschen/Gründern abhängig sein, damit sie Personalwechsel überstehen können
- Manches gedeiht in kleineren Gemeinden besser als in der Stadt (Anonymität)
- Es wird immer Menschen geben, die vordenken und andere begeistern können
2. Was muss vor Ort geschehen, um den Boden zu bereiten + Akteur/innen zu gewinnen + zu vernetzen?
- echtes Wahlrecht für Pflegedienst sichern
- Nachbarschaftshilfeangebot
- Unterstützungsteams
- Motoren, Kümmerer, Initiatoren (PIONIERE)
- Unterstützung (ideell) der Angebote durch Gemeinde beziehungsweise Kommune
- "best practice"
- offene Strukturen / Teams = planbares Ehrenamt
- ehrliche Kooperationen mit Dienstleistern
- Vielfalt + Vernetzung versus "alleiniger Spieler" + Konkurrenzkampf
3. Wie gelingt Versorgungssicherheit mit Blick auf das „neue“ Ehrenamt?
- Koordination, Begleitung, Schulung
- Versorgungssicherheit: Ehrenamt nicht bei "Leib und Leben"
- Verlässlichkeit und Bescheid geben, wenn es schwierig wird
- Freiwilligkeit
- Ehrenamtliche müssen nicht alles ertragen
- Raum für Gestaltung
- Ehrenamt ist effektiv in Gruppen und damit planbar!
- Ehrenamt gibt etwas zurück, sonst Zwangsarbeit
Tisch 3
1. Wie kann eine Kommune, ein Verband… selbstständiges Wohnen + Wohnprojekte fördern? + initiieren?
- Land/Grundstücke/Häuser zur Verfügung stellen
- Wohnberatung für Wohnungsanpassung, aber auch für Architekten/Betreiber von Wohnprojekten
- Fürsorge für alte Hausbesitzer
- Kontakte herstellen zwischen Grundbesitzern, Architekten, Betreibern
- Finanzierung - beraten und über sozialen Wohnungsbau fördern
- an Gesetze halten, das heißt nicht zu viel Hürden aufbauen und abschrecken
- Moderation von Beteiligten
- Know How zur Verfügung stellen
- Planungsprozesse begleiten
- Qualitätssicherung (Demenz) - soviel Aufwand wie nötig, nicht mehr
- ambulant vor stationär konsequent umsetzten
- Anreize für Wohngemeinschaften schaffen
- Verträge mit WG / Wahlfreiheit (Problem: leere Kassen SGB XII)
2. Welche Rolle spielt Quartiersentwicklung für bezahlbaren Wohnraum für Ältere mit Pflegebedarf? (sehr wichtig: Armut im Alter -> bezahlbarer Wohnraum)
- bezahlbar, barrierearm, -frei als Standard durchführen
- Multiple Häuser: Häuser in Dörfern, die viele Angebote in sich sammeln
- Umbau von Leerstand und Nutzung für Wohnprojekte und Nahversorger
- selbst finanzierte Projekte, aber Unterstützung durch die Kommune
- Vielfalt im Quartier, zum Beispiel im Konvent vorgestellt
- Attraktivität hält die Bevölkerung im Quartier und lockt Touristen an
- lebendige Orte schaffen und erhalten, Bedeutung von Sozio-Kultur
- "Platz machen" für Projekte
3. Wer – Wie Initiative ergreifen?
- Innovation und Veränderung durch Akteure, wie zum Beispiel Stiftungen, Bürgerinitiativen
- WG ist eine Wohnform von Privilegierten
- Durchsetzungsvermögen erforderlich
- Umbruch Altersbild führt zu mehr gemeinschaftlichem Wohnen
- Land kann Anreize setzen
- zurzeit sind Projekte abhängig von Personen – nicht regelhaft angeboten für alle
- Phase der Projektentwicklung risikoreich, viele Projekte "verhungern"
- Angebote machen, Gewohnheiten verändern
- Menschen ohne Lobby
- Deutsches Phänomen - mehr Hauseigentümer und Unflexibilität
- Politik – Seniorenbeiräte könnten mithelfen bei Öffentlichkeitsarbeit
- Unternehmen müssen sensibler werden
Fazit Tisch 3
- Wir brauchen Wohnformen für Otto-Normal-Verbraucherinnen und -Verbraucher, nicht nur für solvente Bildungsbürgerinnen und Bildungsbürger!
- Wir brauchen förderliche Rahmenbedingungen für Projekte, das heißt Unterstützung für Projektentwicklung, Businessplanung, Geschwindigkeit.
- Bild vom Alter und Wohnen zuhause muss sich ändern, Themen müssen selbstverständlich werden, zum Beispiel in Politik, Kommunen, Unternehmen, Presse, Pflegekassen.
- Kommunen müssen steuern, beraten, Strategie haben, (Pflicht) partizipativ erstellt, Initiative stärken.
- WG´s im Quartier – Wahlfreiheit, "Multiple Häuser" schaffen Aufwertung – Wohnungsunternehmen haben zentrale Rolle
- Kooperation aller Beteiligten + Bürgerschaftliches Engagement + Vernetzung
- Kommunikationsräume
World-Café 2: Neue Wohn- und Pflegeformen – ein Thema für Nachbarschaftsinitiativen?!
Moderation: Andrea Beerli, FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e. V., Bundesvereinigung
Mit den Inputreferaten vom Vormittag aus Eichstetten, Külz, Arnstadt und Halle hatten die Teilnehmenden bereits Projekte kennengelernt, in denen das Wohnen in neuen Wohn- und Wohn-Pflegeformen sehr erfolgreich umgesetzt worden ist.
Die Moderatorin Andrea Beerli erläuterte kurz die unterschiedlichen Formen dieser Art des Wohnens älterer Menschen. Sie stellte den Teilnehmenden dar, dass insbesondere Nachbarschaftsinitiativen nicht nur eine gute Begleitung für die Menschen, die in einer neuen Wohnform leben, sein können. Häufig erstreckt sich ihr Engagement auch darauf, neue Wohn- und Pflegeformen ins Leben zu rufen.
Die Teilnehmenden im World-Café 2 widmeten sich anschließend in drei Runden der Frage, wie die Zusammenarbeit zwischen den Fachkräften und den ehrenamtlich Engagierten in neuen Wohn- und Pflegeformen gelingen kann.
Die Teilnehmenden, die an drei Tischen mit jeweils vier bis sechs Personen saßen, hielten ihre Überlegungen auf den Papiertischdecken fest.
Fragerunde 1
Welche Aufgaben können Angehörige oder Ehrenamtliche übernehmen? Welche Aufgaben sollten Fachkräften vorbehalten bleiben?
Die von den Teilnehmenden als wesentlich erachteten Punkte sind nachfolgend zusammenfassend dokumentiert. Den Fachkräften sollte vorbehalten bleiben- das Controlling
- die Kundenzufriedenheit sicherzustellen
- die Begleitung bei der Projektgründung
- die Medikation und Behandlungspflege
- die fachliche Beratung.
Aufgaben für Angehörige und Ehrenamtliche können sein:
- Freizeitgestaltung
- Begegnungsmöglichkeiten, Begleitdienste
- Psycho-soziale Betreuung
- Artikulation von Erwartungen der Bewohnerinnen und Bewohner
- Treffen von Entscheidungen (als Angehörige)
- Alltagshilfen (Wäsche, Einkauf, Mobilität)
- Fachliche Beratung durch Ehrenamtliche (zum Beispiel Rentenanträge).
Fragerunde 2
Fragerunde 3
- Runden Tisch ins Leben rufen
- Räumlichkeiten zur Verfügung stellen
- Anlaufstellen und Stadtteilbüros schaffen
- Als Wunsch: Personalkosten finanzieren
- Mit fachlicher Beratung helfen
- Über Versicherungsmöglichkeiten aufklären
- Qualifizierungsmöglichkeiten für Ehrenamtliche anbieten oder (mit)finanzieren
- Als Multiplikatorin fungieren
- Das Ehrenamt würdigen
- Stiftungen
- Fördermittel, Modellprogramme
- Kirche
- Trägerschaften/Sozialverbände
- Sponsoren
- Wohnungsbaugesellschaften
- Kranken- und Pflegekassen
- Spenden
- Entgelte für Hilfeleistungen
- Persönliches Budget
Weiterführende Informationen finden Sie in der Literatur- und Linkliste - nicht barrierefrei (PDF, 114 KB) zu Neuen Wohn- und Wohn-Pflege-Formen, Quartierskonzepte des FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e. V. Bundesvereinigung
Schlussrunde und Feedback
- "Wir sind stolz auf unsere Wohngemeinschaft in Sachsen-Anhalt. Der Workshop hat uns nochmal Rückenstärkung gegeben."
- "Hier ist ein modernes Ehrenamts-Bild deutlich geworden."
- "Eigentlich wollte ich zuerst gar nicht kommen. Nun bin ich froh, doch hier zu sein, und bin sehr dankbar für konkrete Anregungen aus den Projekten."
- "Mein Wunsch ist, dass die Lust des Ministeriums auf Programme nicht ausgeht – dies ist auch wichtig für uns, um das Interesse der Kommune zu gewinnen."
- "Die institutionelle beziehungsweise kontinuierliche Förderung von Generationenbüros würde – vor allem im Osten – sehr helfen, um auch die jungen Leute mehr abzuholen."
- "Der Austausch war gewinnbringend."
- "Ich habe heute Ideen, Motivation und gute Gespräche erlebt."
- "Ich nehme viele kleine und konkrete Ideen mit, zum Beispiel die virtuelle Nachbarschaftsplattform aus Külz."
- "Es gab gute Möglichkeiten der Vernetzung."
- "Ehrenamt braucht Hauptamt!"





















































































