Welt-Alzheimer-Bericht 2011

Nahaufnahme der linken Hand einer älteren Frau in der geschrieben steht "Ich heiße Ida Helms"
Foto: Deutsche Alzheimer Gesellschaft

Bundesfamilienministerium geht mit gutem Beispiel und konkreten Projekten voran

Für jeden, der sich über das Thema "Demenz" informieren, konkrete Hilfsangebote vor Ort herausfinden will oder der spürt: Ich brauche Hilfe, um mich selbst vor Überlastung bei der Pflege meines Angehörigen zu schützen, gibt es eine wichtige telefonische Adresse: Das Alzheimer-Telefon. Unter der Nummer (01803) 17 10 17 oder (030) 259 37-9514 stehen geschulte Fachkräfte der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Ratsuchenden mit Auskünften, Hilfestellungen und weiterführenden Informationen rund um das Thema Demenz zur Verfügung. Mehr dazu und zu weiteren Angeboten der Deutschen Alzheimer Gesellschaft finden Sie hier.

Das Alzheimer-Telefon ist aber nur eines von vielen Projekten, mit denen das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Lebenssituation der rund 1,2 Millionen Menschen verbessern will, die in Deutschland unter einer Demenzerkrankung leiden. Ziel der verschiedenen Initiativen ist es, die betroffenen Menschen in ihrem Lebensalltag zu unterstützen, Angehörige zu entlasten und in der Öffentlichkeit mehr Verständnis für die Erkrankung zu wecken. Darauf hat das Bundesfamilienministerium jetzt anlässlich des im September erschienenen Welt-Alzheimer-Berichts hingewiesen. Auf rund 36 Millionen schätzt der Bericht die Zahl demenzkranker Menschen weltweit. Bis zum Jahr 2050 könnte sich die Zahl auf über 100 Millionen Menschen erhöhen.

Gerade im Bereich des Wohnens, der Beratung und Information führt das Bundesfamilienministerium eine Vielzahl von Maßnahmen durch, die eine Teilhabe demenzkranker Menschen am gesellschaftlichen Leben ermöglichen und Angehörigen die Chance eröffnen, die Betreuung ihres erkrankten Verwandten mit dem eigenen Berufsleben zu verbinden. Im Rahmen der Programmreihe "Baumodellprojekte der Altenhilfe" entstanden beispielsweise vorbildliche Wohnprojekte, die demenzkranken Menschen ein hohes Maß an Vertrautheit und Wiedererkennung vermitteln. Dies geschieht etwa durch eine besondere Wahl der Farben und der Ausstattung, aber auch durch persönliches Mobiliar oder kleine Erinnerungsstücke. Beispiele, wie durch diese persönliche Biografiearbeit den Betroffenen geholfen werden kann, sind unter den zahlreichen Praxisbeispielen zu finden, etwa in den "Krumbholzvillen" der Volkssolidarität in Bernburg oder im städtischen Pflegeheim "Windberg" in Mönchengladbach.

Für alle, die eine Internetverbindung haben, bietet das Serviceportal Wegweiser Demenz eine Fülle von Tipps, Hinweisen und vertiefenden Informationen rund um die Erkrankung - und wie man ihr begegnen kann. Denn Demenz ist zwar nicht heilbar - jedoch kann eine frühzeitige Erkennung und Begleitung die Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen nachhaltig verbessern. Diesem Ziel dient nicht zuletzt das Programm "Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen". Es soll das häusliche Wohnen, auch und gerade für demenzkranke Menschen, verbessern - etwa durch die Bildung von Netzwerken in der Nachbarschaft oder durch mobile Hilfen und Beratung vor Ort.

Der Welt-Alzheimer-Bericht wurde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des King`s College in London erarbeitet; er steht hier auf einer englischsprachigen Internetseite auch in deutscher Sprache zum Herunterladen zur Verfügung.

Die Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums zum Welt-Alzheimer-Tag am 21. September finden Sie hier.