Fachkräfte, Familien und Ehrenamtliche im neuen Hilfemix

Teilnehmerinnen und Teilmer des Workshops sitzen an Gruppentischen und verfolgen einen Vortrag. Link öffnet das Bild vergrößert in einer Lightbox mit Bildergalerie.
Foto: BaS e. V.

Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege, der am 12. Mai 2014 weltweit begangen wird, kamen Mitwirkende aus 14 Projekten im BMFSFJ-Programm "Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen" am 7. Mai 2014 in Berlin zusammen, um im gegenseitigen Austausch neue Ideen und Anregungen zur Gestaltung des Wohnens älterer Menschen auch bei Pflegebedarf zu erhalten.

Unter der Themenstellung "Wohnen und Pflege älterer Menschen in Stadt und Land: Wie gelingt die Zusammenarbeit zwischen Fachkräften und ehrenamtlich Engagierten?" wurden zukunftsweisende Modelle, neue Verantwortungsrollen sowie deren Grenzen und Möglichkeiten beleuchtet.

Nach der Devise "Nichts ist ansteckender als ein gutes Beispiel" zeigte Gerhard Kiechle, Bürgermeister a. D. aus Eichstetten im Breisgau, auf, wie sich sein Dorf Anfang der 90er Jahre aufgemacht hat, den Generationenvertrag in bürgerschaftlicher Verantwortung zu übernehmen. Getreu dem Prinzip "Die Bürger haben den Hut auf" wurde hier ein breit angelegtes Versorgungsangebot geschaffen, das vom betreuten Wohnen zuhause oder in barrierefreien Wohnungen über eine Tagesbetreuungsgruppe und eine Pflegewohngruppe bis hin zu einem integrativen Tagescafé reicht und von einem hohen Bürgerengagement getragen wird. "Beteiligung erzeugt Verantwortung" resümiert Kiechle den beschrittenen Weg.

Wie sich Fachkräfte und Ehrenamtliche in der Organisation tragfähiger nachbarschaftlicher Netzwerke sinnvoll ergänzen können, wurde anschließend auch durch die Vorstellung von vier Projekten deutlich, die im Programm Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen gefördert werden. In zwei Themenblöcken stellten sie ihre Ansätze und Erfahrungen mit dem Hilfe-Mix aus professionellen sowie freiwilligen unentgeltlichen oder bezahlten Unterstützungsleistungen bei der Betreuung und Versorgung zuhause oder in neuen Wohn- und Pflegeformen zur Diskussion.

Unter Einbeziehung der Erkenntnisse und Herangehensweisen aus weiteren Projekten vertieften und diskutierten alle Teilnehmenden diese Themenstellung in zwei parallelen World Cafés. Nachdrückliches Fazit am Ende des Tages: Für das "neue" Ehrenamt müssen die Spielregeln zwischen den Akteuren genau definiert werden und "Mit dem Ehrenamt allein kommen wir im Pflegebereich nicht aus."

Der Workshop fand im Rahmen der fachlichen Begleitung des Programms Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen durch die Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros e. V. und das FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e. V. statt.

Information zum Workshop:

finden Sie hier.

Weitere Informationen:

Geschäftsstelle Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen

bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros e. V.
Ansprechpartnerin: Stefanie Adler
www.nachbarschaften.seniorenbueros.org/index.php?id=139