Wichtiges Datenmaterial auch zur Quartiers- und Sozialraumgestaltung

Ein jüngerer Mann erklärt einem älteren Ehepaar Unterlagen mit Diagrammen.
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Ergebnisse des Alters- und des Freiwilligensurveys abrufbar

Zwei Erhebungsberichte liefern wichtige und breitgefächerte Informationen für eine vorausschauende und demografiegerechte Sozialplanung: Der Deutsche Alterssurvey und der Deutsche Freiwilligensurvey. Darauf hat das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Altersfragen aufmerksam gemacht.

Von Wohnsituation über Nachbarschaft, Freundes- und Bekanntenkreise bis zu Gesundheit, öffentlichem Nahverkehr und vielem mehr: Der Alterssurvey hält umfassende Daten zur Lebenssituation älterer und älter werdender Menschen bereit. Seit 1996 werden die Befragungen alle sechs Jahre durchgeführt. In der Tendenz zeichnen sich dabei, trotz anwachsender Herausforderungen, auch positive Entwicklungen ab. Eine Verdichtung von Ungleichheiten und entsprechender Handlungsbedarf wird dagegen bei der Wohnversorgung insbesondere zwischen städtischen und ländlichen Regionen gesehen. Die größten Handlungserfordernisse im Bereich des Wohnumfelds zeigen sich in dünn besiedelten Gebieten, bei den Mieten in vielen Großstädten. Auch müsse auf die Lage von Frauen, Menschen in Ostdeutschland und Menschen mit Migrationsbiografie besonders geachtet werden.

Die Ergebnisse des Freiwilligensurveys zeigen, dass die Engagementquote in den letzten 15 Jahren um knapp zehn Prozentpunkte auf 43,6 Prozent im Jahr 2014 gestiegen ist. Die stärksten Beweggründe für freiwilliges Engagement sind Spaß an der Tätigkeit und die Begegnung mit anderen Menschen. Der höchste Anteil freiwillig Engagierter liegt mit 16,3 Prozent im Bereich Sport und Bewegung, gefolgt von Schule und Kindergarten, Kultur, Musik und vielem mehr.

Gerade im Bereich des innovativen und selbstorganisierten Bauens und Wohnens kommen beide Themen zum Tragen: Alter und Freiwilligkeit. Viele der vom Bundesfamilienministerium angestoßenen und unterstützten Projekte im Bereich des altersgerechten und gemeinschaftlichen Wohnens sind von den Menschen selbst konzipiert und auf den Weg gebracht worden, etwa in dem aktuellen Programm "Gemeinschaftlich wohnen, selbstbestimmt leben". Die Unterstützung ist wichtig: Rund 32 Prozent der Menschen ab 50 Jahren möchten einer Studie des Wohnungsverbands BFW aus dem Jahr 2011 zufolge im Alter in einem Mehrgenerationenprojekt wohnen. Eine altersübergreifende Befragung der Deutschen Gesellschaft für Qualität e. V. aus dem Jahr 2015 hat als Wohnvorstellung im Fall von Pflegebedürftigkeit dahingehend sogar einen Wert von 37 Prozent ergeben - weit mehr als die derzeitigen Angebote es zulassen.

Weitere Informationen

Deutscher Alterssurvey: www.dza.de/forschung/deas

Deutscher Freiwilligensurvey: www.dza.de/forschung/fws

Bundesministerin Manuela Schwesig zum Alterssurvey: www.bmfsfj.de/BMFSFJ/aeltere-menschen,did=225506.html