Der Mensch im Mittelpunkt

Wohnprojekte der Amalie Sieveking-Stiftung und der Gesellschaft Leuchtfeuer haben in Hamburg ihre Arbeit aufgenommen

Gleich zwei Projekte, die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Themenbereich "Zuhause im Alter" in Hamburg gefördert hat, konnten inzwischen fertiggestellt und eröffnet werden: Das Service- und Seniorenwohnen der Amalie Sieveking-Stiftung im Stadtteil Sankt Georg und das in der HafenCity gelegene Wohnprojekt "Festland". Hildegund Ernst, Leiterin des Referats "Wohnen im Alter" im Bundesfamilienministerium, machte sich vor Ort ein Bild über das, was geschaffen worden ist.

Der Besuch der Amalie Sieveking-Stiftung war eingebettet in eine Feier zum 190. Geburtstag der Stiftung, die unter dem Motto "Vertraut den neuen Wegen" stand. Durch Neubaumaßnahmen auf dem alten Stiftsgelände entstanden 70 altersgerechte und barrierefreie Wohnungen, die rund 150 Menschen ein modern gestaltetes Zuhause bieten. Dabei gelang es den Verantwortlichen, bewährte Ansätze mit innovativen Akzenten zu verbinden. Ergänzt werden die Angebote durch eine Wohn-Pflege-Gemeinschaft, eine Tagespflegestätte und eine Pflegewohnung für vorübergehendes Wohnen. Letztere dient Menschen, die etwa zwischen einem Krankenhausaufenthalt und der Rückkehr in die angestammte Wohnung oder während eines Wohnungsumbaus eine passende Unterbringung benötigen. Sie wurde vom Bundesfamilienministerium gefördert. 

Das Projekt Festland der gemeinnützigen Gesellschaft Leuchtfeuer richtet sich an Menschen mit chronischen Erkrankungen oder anderen schweren Beeinträchtigungen. Die 27 barrierefreien und rollstuhlgerechten Wohnungen und Gemeinschaftsbereiche ermöglichen eine Balance zwischen Individualität und Privatheit einerseits und dem Erleben von Gemeinschaft und Miteinander andererseits. Ausstattung, Material- und Farbauswahl unterstreichen den Charakter eines persönlichen Zuhauses. Die Integration in das Wohnumfeld unterstützt die Menschen, das Alltagsleben so weit wie möglich und gewünscht unabhängig zu führen und zum Beispiel Besorgungen selbst zu erledigen. Die Bauherrengemeinschaft mit der Hamburger Wohnen und der Schiffszimmerer-Genossenschaft bietet bis heute Synergien – architektonisch in Form eines gemeinsamen Treppenhauses oder bei der gemeinschaftlichen Nutzung der Dachterrasse.

Teilnahme der Projekte am Leben im Quartier

Beide Projekte stehen auch stellvertretend für die Idee, sich in das Quartier zu öffnen und Kooperationen einzugehen. Die Amalie Sieveking-Stiftung engagiert sich etwa in der Arbeitsgemeinschaft Stiftsviertel St. Georg und im Hamburger Bündnis für Wohnstifte. Eine Kooperation mit der Cassens Stiftung und dem Straßenmagazin "Hinz & Kunzt" ermöglicht ehemals wohnungslosen Menschen ein neues Zuhause.

Deutlich wird der Gemeinschaftsgedanke auch bei Festland: Unter dem Motto "Wir feiern den Sommer … gemeinsam!" sind Interessierte im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Elbsommer« am 19. Juni 2022 von 11 bis 17 Uhr eingeladen, sich vor Ort über das Wohnprojekt zu informieren und mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen (Informationen, auch zu Hygieneregeln, stehen auf der Internetseite von Hamburg Leuchtfeuer bereit). 

Hildegund Ernst aus dem Bundesfamilienministerium zog eine positive Bilanz der Besuche: "Ich freue mich zwei Orte kennen gelernt zu haben, in denen der Mensch im Mittelpunkt steht. Gelebte Solidarität, Interesse am Mitmenschen und die Bereitschaft, die eigenen Lebens- und Wohnverhältnisse mitzugestalten haben mich beeindruckt, ebenso die architektonischen Konzepte. Sie greifen die Bedürfnisse der Menschen auf und geben Raum für ein selbstbestimmtes Leben, für persönliche Entfaltung und soziale Kontakte - auch und gerade im Alter und bei Beeinträchtigungen."