Unter einem Dach

Trägerorganisationen können Wohnprojekten bei Entstehung und Betrieb helfen
Viele Menschen wünschen sich, selbstbestimmt, aber dennoch in Gemeinschaft mit anderen zu leben und möglicherweise selbst ein entsprechendes Projekt zu gründen. Aber wie den Wunsch in die Tat umsetzen? Der lose Zusammenschluss von Menschen, die Bildung einer Baugruppe oder eines Vereins sind wichtige erste Schritte, reichen aber oft nicht aus, um die enormen Herausforderungen zu schultern. Hier bieten sich in passenden Fällen Dach- und Trägerorganisationen an, die mit Rat und Tat helfen und ihre Erfahrungen einbringen können – bei der Planung, der Organisation und dem Betrieb eines Projekts.
In einer neu erschienenen Publikation haben die Bundesvereinigung Forum Gemeinschaftliches Wohnen und der Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens Praxisbeispiele zusammengetragen, die erläutern, was bei der Zusammenarbeit wichtig ist. Trägerorganisationen kommen zu Wort, darunter die bundesweit tätige, gemeinnützige Stiftung trias, die geeignete Grundstücke und Gebäude erwirbt und diese in der Regel über ein Erbbaurecht an die passenden Projekte vergibt. Der für diese dabei anfallende jährliche Erbbauzins ist eine günstigere Variante als der zu entrichtende Kaufpreis, was vor allem Projekten entgegenkommt, die sozial ausgerichtet und nicht gewerblich sind: Ein Akzent für Gemeinwohlorientierung, gerade im Bereich des altersgerechten und inklusiven Wohnens.
Weitere Beiträge der vom Bundesfamilienministerium geförderten Publikation widmen sich den Potenzialen genossenschaftlicher Verbundstrukturen und der Frage, welche Vorteile und Chancen Dachgenossenschaften gerade in ländlichen Räumen entwickeln können, um die Daseinsvorsorge zu unterstützen. Wie das ausdrücklich bezahlbare Wohnen mit ökologischem und ressourcenschonendem Bauen verbunden werden kann, zeigen regionale Strukturen des sogenannten Syndikatsmodells – einer mit einem Augenzwinkern versehenen Organisationsform, in der Menschen sich zusammenschließen, um ein Projekt "von Grund auf" selbst zu entwickeln und zu gestalten.
Internationales Jahr der Genossenschaften
Das Erscheinen der neuen Publikation fügt sich ein in das internationale Jahr der Genossenschaften, das – ausgerufen von den Vereinten Nationen – 2025 begangen wird. Ziel ist es, die Bedeutung von Genossenschaften für Partizipation und aktive Teilhabe zu würdigen und herauszustellen. Auch mehrere der vom Bundesfamilienministerium geförderten Vorhaben sind genossenschaftlich organisiert, zum Beispiel der ländlich gelegene Hof Prädikow in Brandenburg oder das gemeinschaftliche Wohnprojekt Z.WO – Zusammen wohnen in Mainz aus dem aktuellen Programm AGIL.
Weitere Informationen
in der Publikation "Dachstrukturen für gemeinschaftliche Wohnprojekte, sorgende Gemeinschaften und soziale Träger":
verein.fgw-ev.de/service-und-informationen/publikationen
zum Internationalen Jahr der Genossenschaften 2025 auf der Seite des Wohnungsverbandes GdW:
www.gdw.de/internationales-jahr-der-genossenschaften
im Beitrag vom 14. Juni 2018 zum 200. Geburtstag der Genossenschaftsidee in Deutschland und zur Aufnahme in das Weltkulturerbe der UNESCO:
hier
