Blick über den Tellerrand

Akteursübergreifende Fachveranstaltung zu innovativen Pflege- und Sorgestrukturen nach § 123 SGB XI
Gleich sechs Organisationen haben sich zusammengeschlossen, um in einer öffentlichen Onlineveranstaltung am 15. Juli 2025 zu erörtern, wie Pflege- und Sorgestrukturen bedarfsgerecht und zukunftsfähig gestaltet werden können. Es geht um ein besonderes Instrument der Pflegeversicherung, genauer gesagt den Paragrafen 123 des Elften Buches des Sozialgesetzbuches. Dieser sieht bestimmte Möglichkeiten vor, modellhaft Projekte zu entwickeln und zu unterstützen, um regional wirkende, nachhaltige Unterstützungsangebote zu schaffen - für pflegebedürftige Menschen, ihre Angehörigen und andere nahestehende Menschen, die sich um die Pflege und Betreuung kümmern.
Stellvertretend für die Landesebene haben fünf Bundesländer ihre Strategien vorgestellt. Die Fachveranstaltung bot darüber hinaus zahlreiche Anregungen und Informationen zum Verfahren und darüber, wie diejenigen, die sich für eine Teilnahme interessieren, ihr Konzept entwickeln und gestalten können.
Moderiert wurde die Tagung von Dr. Romy Reimer von der Bundesvereinigung FORUM Gemeinschaftliches Wohnen – zugleich einer der sechs Mitveranstalter. Unserer Redaktion fasste Frau Dr. Reimer ihre Eindrücke zusammen: "Ich freue mich, dass wir unter verschiedenen Blickwinkeln Schwerpunkte der gemeinsamen Modellvorhaben von Pflegeversicherung, Ländern und Kommunen beleuchten konnten – von der Verbesserung des Zugangs zu Pflege- und Unterstützungsangeboten über die Stärkung der integrierten Sozialplanung bis zu Möglichkeiten digitaler Vernetzung. Sorgende Gemeinschaften eröffnen Potenziale für das innovative, gemeinschaftliche und inklusive Wohnen - und unterstützen die Entwicklung lebendiger Quartiere. Wir sind gespannt auf die weiteren Erfahrungen und Entwicklungen in den nächsten Jahren."
Querverbindung zu Maßnahmen des BMBFSFJ
Die gemeinsamen Modellvorhaben der Pflegeversicherung können also unter Umständen auch Wohnprojekten zugutekommen und berühren daher ein wichtiges Handlungsfeld des Bundesfamilienministeriums. Die Möglichkeit, voneinander zu lernen und zu profitieren und Erkenntnisse wechselseitig nutzbar zu machen, gelten nicht zuletzt für Initiativen wie das Förderprogramm AGIL oder die Beratungsplattform WIN, die ebenfalls an einer Weiterentwicklung innovativer und pflegerechter Wohnformen arbeiten und durch das Bundesfamilienministerium unterstützt werden. Daher besteht hier ein wichtiger Anknüpfungspunkt – und eine verbindende Klammer durch die gemeinsame Betreuung verschiedener Maßnahmen durch das FORUM. Dieses wird nähere Informationen zu den Ergebnissen der Veranstaltung auf seiner Internetseite vorstellen.
Weitere Informationen
in den Empfehlungen des GKV Spitzenverbandes zu den "Gemeinsamen Modellvorhaben für Unterstützungsmaßnahmen und -strukturen vor Ort und im Quartier":
zu Inhalten, Voraussetzungen und Antragsverfahren am Beispiel des Landes Nordrhein-Westfalen:
www.mags.nrw/modellvorhaben-nach-ss-123-sgb-xi
zur Bundesvereinigung FORUM Gemeinschaftliches Wohnen:
verein.fgw-ev.de
zu Fördermaßnahmen des BMBFSFJ:
- Programm AGIL – Altersgerecht, gemeinschaftlich und inklusiv leben
verein.fgw-ev.de/projekte-und-programme/agil-altersgerecht-gemeinschaftlich-und-inklusiv-leben - WIN – Wissen, Informationen und Netzwerke
verein.fgw-ev.de/projekte-und-programme/wissen-informationen-netzwerke-win-fuer-gemeinschaftliches-wohnen
