Handwerk als unverzichtbarer Partner

Frauen und Männer mit ihren Diplomen vor einem Messestand. Link öffnet das Bild vergrößert in einer Lightbox.
Foto: Handwerkskammer Trier

Impulsförderungen des BMFSFJ mit beachtlicher Resonanz

Bei der Schaffung von Wohnungen und Wohnumgebungen unmittelbar auf den Lebensalltag und die Lebensqualität der Menschen Einfluss zu nehmen und im Fall von Hilfe- oder Pflegebedürftigkeit teure Pflegeheimeinweisungen vermeiden zu helfen: Die Möglichkeiten des Handwerks, hieran mitzuwirken, sind vielfältig. Das war für das Bundesfamilienministerium der Ansatzpunkt, Maßnahmen im Bereich des Handwerks zu initiieren und vor allem auch junge Handwerkerinnen und Handwerker auf die Chancen des Themas in der älter werdenden Gesellschaft aufmerksam zu machen.

Allein bei dem vom Zentralverband des Deutschen Handwerks betreuten Projekt "Markenzeichen generationenfreundlicher Betrieb" konnten mehr als 600 Handwerksunternehmen geschult und auf den Gebieten Serviceorientierung, Barrierefreiheit und Finanzierungsmöglichkeiten für den altersgerechten Wohnungsumbau qualifiziert werden. Und auch wenn die Firmen damit ein Eigeninteresse verfolgen, ergibt sich für die Verbraucherinnen und Verbraucher und für Pflege- und Sozialkassen ebenfalls ein Vorteil, da der Verbleib in der häuslichen Umgebung in aller Regel deutlich kostengünstiger ist als das Pflegeheim, das überdies von den meisten Menschen auch nicht gewollt wird.

Weitere Beispiele dafür, dass Projekte auch Jahre nach ihrer Förderphase die gewünschten Wirkungen entfalten:

Kreishandwerkerschaft Finsterwalde (Brandenburg)

Durch die Entwicklung eines Lehrplans zum Gesundheitsdienstleister, an dem auch das Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik mitwirkte, konnten rund 200 Betriebe und engagierte Einzelhandwerkerinnen und –Handwerker erreicht und auch auf dem Gebiet der Wohnberatung geschult werden. Allein in dem durch die Kreishandwerkerschaft unter anderem vertretenen Landkreis Elbe Elster werden pro Jahr rund 70 Maßnahmen zur Barrierereduzierung durchgeführt, die älteren Menschen den Umzug in ein Pflegeheim ersparen.

Handwerkskammer Trier (Rheinland-Pfalz)

Unter dem Format "Barrierefrei" hat die Handwerkskammer Trier im Verbund mit der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern Rheinland-Pfalz ein umfangreiches Informationsangebot zusammengetragen, das sich an Bürgerinnen und Bürger, aber auch an das Handwerk richtet. Allein im Kammergebiet Trier konnten im Ergebnis der Bundesförderung bis heute fast 100 Betriebe geschult und zertifiziert werden. Im Herbst 2018 – mehr als fünf Jahre nach Auslaufen der Förderung – finden die nächsten Kurse statt: Ein Beleg für positive Resonanz und Nachhaltigkeit.

Exkurs: Handwerkskammer Unterfranken (Bayern)

Obwohl in den Förderprogrammen nicht vertreten, hat sich auch die Handwerkskammer Unterfranken von den Aufgaben und Zielen "anstecken" und überzeugen lassen. 29 Betriebe mit 31 Teilnehmerinnen und Teilnehmern konnten bisher geschult und zum "Fachbetrieb für barrierefreies Bauen" zertifiziert werden. Und dies, obwohl die Fortbildungen erst im April 2017 starteten. Dass die Schulungen von dem kammerinternen Kompetenzzentrum für Energietechnik ausgerichtet werden, ermöglicht wichtige Synergien.

Weitere Informationen

zum Zentralverband des Deutschen Handwerks – Generationenfreundlicher Betrieb
www.zdh.de/fachbereiche/gewerbefoerderung/generationenfreundlicher-betrieb.html

zur Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft
www.nl-kreishandwerkerschaft.de/

zur Plattform "Barrierefrei" der Handwerkskammer Trier
www.barrierefrei-bauen.de/startseite/1/de/home.html

Informationen und Publikationen des BMFSFJ zum (fördertechnisch abgeschlossenen) Programmbereich Handwerk finden Sie hier

zum Kompetenzzentrum für Energietechnik der Handwerkskammer Unterfranken
www.energietechnik-hwk.de