Förderzeitraum beendet

Nachbarschaftszentrum Kassel–Unterneustadt

Mehr Gemeindeintegration - zukunftsweisendes Wohnen - bessere gesellschaftliche Teilhabe

Das Projekt

Straßenansicht des Neubaus hinter Bäumen. Link öffnet das Bild vergrößert in einer Lightbox mit Bildergalerie.
  • Ausbau quartiersbezogener Infrastruktur
  • Mix unterschiedlicher Wohnformen für Menschen mit Behinderung
  • gemeinschaftliches Wohnen im Mittelpunkt
  • flexible Bauweise
  • Optionen für Bedarfsanpassungen
  • gemeindezentrale Lage

Der Standort

Hafenstraße 15
34125 Kassel
Hessen
www.bdks.de

Nutzungskonzept

Seit Mitte der neunziger Jahre gilt der Entwicklung der Unterneustadt in Kassel besondere Aufmerksamkeit. So wurde dieser Stadtteil, der seit seiner Zerstörung im 2. Weltkrieg brach lag, 1997 wiedergegründet und schrittweise neu bebaut. Im Rahmen dieser Entwicklungen war und ist es von besonderer Bedeutung, auch eine entsprechende soziale Infrastruktur für die Bevölkerung bereit zu stellen. Das neue Nachbarschaftszentrum ordnet sich nicht nur in diesen Kontext ein, sondern übernimmt eine zentrale Funktion. Aufgrund  des gesamtgesellschaftlichen Zieles integratives und inklusives Leben von Menschen mit Behinderungen zu ermöglichen, gilt es insbesondere, neue Wohnangebote für behinderte Menschen zu entwickeln, um ihnen ein eigenständiges Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Stadtteilzentrum mit Wohnfunktion

Das neue Nachbarschaftszentrum hält eine Vielzahl von Angeboten bereit, die sowohl darauf gerichtet sind, das Stadtteilleben, die Stadtteilkultur und somit das Zusammenleben insgesamt zu fördern als auch alternative Wohnangebote für behinderte Menschen zu bieten. Damit wird einerseits der nötige barrierefreie Wohnraum vorgehalten, zugleich ist gewährleistet, dass Menschen mit Behinderungen inmitten der Stadtteilgemeinschaft leben und wohnen können. Aber auch junge und ältere Menschen aus der Umgebung können sich hier Hilfe und Unterstützung holen, sich mit anderen austauschen oder ihren Hobbys nachgehen. Dieses Nutzungskonzept spiegelt sich auch im Raumprogramm wider. Im Erdgeschoss der Hafenstraße 17 laden das Hafen Café, der Hafen 17 (Projekt für benachteiligte Kinder und Jugendliche) und ein Nachbarschaftstreff mit Beratungsstelle für Senioren alle Interessierten ein.

Leben in Gemeinschaft

Die oberen Etagen des Zentrums sind dem Wohnen vorbehalten. Hier steht das gemeinschaftliche Wohnen im Mittelpunkt. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind Anfang 2015 in zwei Wohngruppen 9 beziehungsweise 11 Personen eingezogen, zum Teil auch ältere Menschen mit Behinderung. Die im Dachgeschoss befindlichen Wohnungen sind frei vermietet. Alle Bewohner des Hauses haben die Möglichkeit die Angebote im Erdgeschoss des Hauses zu nutzen, wie zum Beispiel das Hafen Café oder die Angebote für den Stadtteil. Die Bewohner sollen in die Nachbarschaft, die evangelische Kirchengemeinde und das Stadtteilleben integriert werden.

Architektur

Der Neubau des Nachbarschaftszentrums ist ein weiterer wichtiger Schritt bei der Revitalisierung des Stadtteil Unterneustadt. Wie bei vorangegangenen Bauvorhaben wurde auch dieser Neubau durch eine intensive Beteiligung der Bürger begleitet. Bereits heute leben hier viele Menschen, die sich auf unterschiedliche Weise in die Stadtteilentwicklung einbringen. Für die Standortwahl waren zudem aber auch die Innenstadtlage, die zahlreichen Kultur– und Freizeitangebote, die Nähe zum Fluss sowie die zahlreichen nahegelegenen Park– und Freizeitanlagen ausschlaggebend. Das viergeschossige Gebäude passt sich städtebaulich gut ein. Es beherbergt im Erdgeschoss die stadtteiloffenen Angebote, die übrigen Etagen dienen der Wohnnutzung.

Begegnungsstätte und Nachbarschaftstreff

Das Erdgeschoss ist in drei Bereiche gegliedert. Zu finden sind dort die Begegnungsstätte, die Mitarbeiterbüros und der Nachbarschaftstreff. Alle drei Bereiche werden über einen zentralen Haupteingang erschlossen, sind jedoch räumlich klar voneinander getrennt. Zu den Räumen der Begegnungsstätte gehört ein großer, vielfältig nutzbarer Raum mit über 100 Quadratmetern. Im mittleren Bereich (Hochparterre) befinden sich ein Großraumbüro (75 Quadratmeter) sowie zwei kleinere Büros mit jeweils circa 14 Quadratmetern. Diese Räume dienen den Mitarbeitern der offenen Stadtteilangebote als Büros und zugleich auch der Beratung von alten Menschen und deren Angehörigen sowie der Weiterbildung und der noch besseren Vernetzung von und mit ambulanten Diensten im Stadtteil. Der Nachbarschaftstreff verfügt über drei Räume unterschiedlicher Größe, hier ist das Hafen Café und das Projekt Hafen 17 beheimatet. Alle Angebote sind über einen barrierefreien Haupteingang mit einladendem Empfang erreichbar und haben auf der anderen Gebäudeseite jeweils einen Zugang oder eine Terrasse zum angrenzenden Garten. Die Beratungsangebote sowie Personalbereich und Nachbarschaftsreff sind mit eigenen, zum Teil behindertengerechten WC–Bereichen ausgestattet.

Wohnangebote für Menschen mit Behinderungen

Die Wohnangebote für Menschen mit Behinderungen befinden sich in der ersten und zweiten Etage. Das Dachgeschoss verfügt über vier Wohnungen mit einem gemeinschaftlich nutzbaren Bereich. Die Wohnungen haben unterschiedliche Größen und Zuschnitte und sind für eine oder zwei Personen gedacht. Zwei Wohnungen und der Gemeinschaftsbereich haben eine Terrasse. Sollte sich die Nachfrage nach gemeinschaftlichem Wohnen verändern, ist es problemlos möglich, die Wohnungen separat zu vermieten. Alle Wohnungen sind über einen Aufzug zu erreichen. So steht das Projekt auch für Nutzungsflexibilität.

Fazit

Mit dem Nachbarschaftszentrum in der Kassel–Unterneustadt wurde ein modellhaftes Angebot geschaffen, das der großen Nachfrage nach neuen und unterschiedlichen Wohnangeboten für Menschen mit Behinderungen entspricht und mit dem ein wichtiger Beitrag zum Ausbau der sozialen Infrastruktur im Stadtteil geleistet wird. Kleinteilig und quartiersbezogen vereint es Kultur– und Freizeitangebote sowie gemeinschaftliches Wohnen. Beispielhaft ist auch das Zusammenwirken verschiedener Akteure der Behindertenhilfe, Altenhilfe, Stadtpolitik und engagierter Menschen aus dem Stadtteil, mit dem Ziel, die Wohn– und Lebensqualität gemeinsam und nachhaltig zu verbessern.

Projektdetails

Bauherr

Diakonie–Wohnstätten gGmbH Kassel
Kirchbaunaer Straße 19
34225 Baunatal

Architekten

crep D – Architekten BDA
Humboldtstraße 4
34117 Kassel 

Fertigstellung

2007

Gesamtkosten

3.929.000 Euro

Förderung BMFSFJ

1.000.000 Euro

Fläche

2.450 Quadratmeter Nettogrundfläche, davon:
800 Quadratmeter Nachbarschaftszentrum/ Seniorenbegegnungsstätte
1.230 Quadratmeter Wohnen für Menschen mit Behinderung
420 Quadratmeter Integriertes Wohnen

Plätze

20 Plätze verteilt auf 2 Wohngruppen
4 Wohnungen im Dachgeschoss