Förderzeitraum beendet

Barrierefreies Wohnen 2.0 – Mobilität vor und hinter der Wohnungstür, Braunschweig

Technikunterstütztes Wohnen - Selbstbestimmt leben zuhause

Das Projekt

Gartenansicht eines Hochhauses mit Balkonen und Rasenfläche. Link öffnet das Bild vergrößert in einer Lightbox mit Bildergalerie.
Foto: Nibelungen Wohnbau GmbH
  • Lobende Anerkennung "Verbindung Technik und Energie" im Wettbewerb "Technikunterstütztes Wohnen - Selbstbestimmt leben zuhause"
  • Mehrwerte für die Bewohnerinnen und Bewohner durch Mobilitäts- und Assistenzsysteme
  • Aufbau eines Handlungs- und Beratungsnetzwerks
  • Schrittweise Erprobung und Umsetzung von Projekten zur Zusammenführung der Themen Technikunterstütztes Wohnen, Barrierefreiheit und Energie schonendes Bauen.

Der Standort

Freyastraße 10
38106 Braunschweig
Niedersachsen
www.nibelungen24.de/wohnen-und-service/sozialmanagement.html

Was es bietet

Den aktuellen Stand über die Entwicklung im Projekt vermittelt die Internetseite der TU-Braunschweig.
www.digitales-wohnen.de

Wohnen mit Zukunft

Selbstständig und unabhängig wohnen und leben bis ins hohe Alter – ein Wunsch vieler Menschen. Die Musterwohnung zeigt, wie mit einfachen Lösungen, aber auch technischen Assistenzsystemen das selbstständige Leben im Alter in der eigenen Wohnumgebung gestaltet werden kann.

Musterwohnungen:

Beratungszentrum Wohnen
Hallestraße 54
38124 Braunschweig
Öffnungszeiten: Montags 13:30 - 14:30 Uhr

Forschungswohnungen
Bochumer Straße 1
38108 Braunschweig
Öffnungszeiten: Jeden 1. Donnerstag im Monat

Projektdetails

Träger

Motiv: Logo der Nibelungen-Wohnbau GmbH Braunschweig

Nibelungen-Wohnbau GmbH Braunschweig
Freyastraße 10
38106 Braunschweig

Projektanalyse

Beim Abschlussbericht des "Niedersächsischen Forschungsverbundes - Gestaltung altersgerechter Lebenswelten" im September 2013 in Braunschweig wurde ein guter Eindruck vermittelt, wie weit die Forschung bereits bei der Entwicklung von persönlichen Haushalts- und Aktivitätsassistenten, der sensorbasierten Sturzprävention beziehungsweise Sturz- und Aktivitätserkennung ist. So wurden auch viele Studien in 79 "normalen" Wohnungen im Feldtest durchgeführt. Hierfür wurden die Wohnungen mit einer überschaubaren Anzahl von einfachen Sensoren und Aktoren aus marktgängigen Hausautomationssystemen "fliegend verdrahtet" und diese in eine technische Plattform, die für das Projekt entwickelt wurde, eingebunden. Diese Systeme funktionierten in der normalen Wohnumgebung  gut.  Technische Probleme gab es bei den Feldtests kaum.
Gemeinsam mit dem Braunschweiger Informatik- und Technologie-Zentrum und dem Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der TU Braunschweig hat die Nibelungen-Wohnbau-GmbH bereits im Jahr 2012 im Rahmen einer anstehenden Modernisierung Wohnungen in der Halberstadtstraße vollständig mit marktüblichen Hausautomationssystemen ausgestattet und dem Peter L. Reichertz Institut für die Fortführung der Feldstudien "ordentlich verdrahtet" übergeben.
Dabei zeigte sich, dass die marktüblichen Hausautomationssysteme vielleicht gut in die Bereiche "Lifestyle" und "Unterhaltungselektronik" passen, aber die Anforderungen, die AAL-Anwendungen in Bezug auf Sicherheit und Skalierbarkeit mit sich bringen, nicht erfüllen. Möchte man damit auch gleichzeitig noch die Felder Sicherheit (Herdabschaltung, Gefahrenmeldung und so weiter ), Komfort (Licht-, Rolladensteuerung und so weiter) und Energieeffizienz (Einzelraumregelung, Heizungsregelung und so weiter) abdecken,  gibt es gleich mehrere Probleme:

  • Schnell ist man pro Wohnung in einem fünfstelligen Bereich bei der Investition nur für Aktoren, Sensoren und Verdrahtung.
  • Für die Programmierung sollte man schon ein Informatikinstitut zur Hand haben; auch für den Unterhalt.
  • Es gibt nur sehr wenige Installationsbetriebe, die in diesem Bereich über die nötige Qualifikation verfügen.
  • Man benötigt in der Regel mehrere Systeme, die sich untereinander nicht oder nur mit Nachhilfestunden verstehen.

Würde es bereits "AAL-Systeme" am Markt geben, stünde man vor dem Problem, dass es derzeit keine massenmarkttauglichen Hausautomationssysteme gibt, die hierfür als technische Plattform im Wohnungsbau geeignet sind.
Diese Probleme sind mittlerweile auch den führenden Verbänden von Industrie, Wirtschaft und Handwerk aufgefallen und in einer gemeinsamen Erklärung unter der Regie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zum "Vernetzten Wohnen + Mobilen Leben" anlässlich der CeBIT 2014 zusammengefasst worden. Das gemeinsame Ziel ist hier  "Deutschland zum Leitmarkt für Smart Home zu machen".
Wir bleiben lieber bei unserem bescheideneren aber zielführenden Leitsatz "selbstbestimmte Mobilität vor und hinter der Wohnungstür" unter dem die Nibelungen-Wohnbau-GmbH seit dem  Jahr 2011 eigene Projekte auf den Weg bringt und eine lobende Anerkennung  im Wettbewerb "Technikunterstütztes Wohnen – Selbstbestimmt leben zuhause" bekommen hat.
Gemeinsam mit dem vdw unterstützt die Nibelungen-Wohnbau-GmbH das BASIS-System, das vom Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze der TU Braunschweig entwickelt wurde, bei der Weiterentwicklung zur Marktreife. Die Grundkonzeption bei diesem "Hausautomationssystem" stammt hier aus dem Automobil- und Flugzeugbau und hat sich dort seit Jahrzenten bewährt.
Beim Auto arbeiten nach dem Drehen des Zündschlüssels sofort viele kleine Rechner in einem echtzeitfähigen, eingebetteten System (embedded system) und assistieren beim Fahren, Steuern und Bremsen. Die Komponenten sind hier auf minimalen Energieverbrauch, geringe Kosten und Langlebigkeit hin optimiert.
So sollte auch eine Wohnung funktionieren - nach dem Drehen des Wohnungsschüssels. Die Systemsicherheit im Sinn von Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit aber auch von Daten- und Angriffsschutz, die im AAL-Umfeld einen hohen Stellenwert besitzt, ist beim BASIS-System gegeben.
Für die Nibelungen-Wohnbau-GmbH bleibt das Thema AAL weiter genial, nämlich GENIAAL.

Aus der Theorie wird Praxis

Mittlerweile gehen Forschen und Wohnen Hand in Hand: In der Forschungswohnung in der Braunschweiger Halberstadtstraße lebt schon heute ein Mieter unter realen Bedingungen mit den Zukunfts-Technologien. Auch in der Bochumer Straße werden Theorie und Praxis vereint: Studenten der Technischen Universität forschen in sechs Wohnungen, wohnen gleichzeitig als Probanden dort und unterziehen die intelligente Wohnungen rund um die Uhr dem Alltagstest. Dabei wird das BASIS-System zur Marktreife und die Wohnungen zu einem diagnostischen und therapeutischen Raum weiterentwickelt.