Sparen durch Wissen und Technik

Anlagenmechaniker beim Überprüfen eines Heizkörpers.
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Initiativen und Projekte zeigen Möglichkeiten zum Energiesparen auf

Wie Energie eingespart und die Strom- und Heizkostenrechnung trotz steigender Preise unter Kontrolle gehalten werden kann, ist ein drängendes aktuelles Thema. Zahlreiche private, lokale und regionale Projekte zeigen inzwischen auf, dass hinsichtlich Technik und Innovation heutzutage vieles möglich ist und was jeder einzelne beitragen kann, um den Geldbeutel zu schonen und sich auch in der kalten Jahreszeit in seiner Wohnung wohlzufühlen.

Beim Aktionstag "Berlin spart Energie" wurden am 3. November 2012 rund 70 Projekte vorgestellt, die in vorbildlicher Weise Energie- und Heizkosten eindämmen – oder gar nicht erst entstehen lassen. Ein Beispiel dafür ist das Passivhaus, das ohne herkömmliche Heizung auskommt, statt dessen saugt ein Wärmetauscher die Luft von außen an und lässt sie so lange zirkulieren bis Wärme entsteht, die dann in die Zimmer abgegeben wird. Ein weiteres Beispiel ist die Nutzung des Energiedatenmanagements, das auch Mieterinnen und Mietern zugutekommen kann. Es zeigt an, wo besonders viel Energie verbraucht wird und wo Einsparmöglichkeiten liegen. Einige Energiedienstleister bieten diesen Service inzwischen an und stellen Mieterinnen und Mietern die Verbrauchsdaten verständlich und übersichtlich zum Beispiel per E-Mail zur Verfügung.

Aber auch jeder für sich kann im Alltag etwas tun,  etwa beim richtigen Lüften. Dies sollte nicht über ein ständig gekipptes Fenster geschehen. Richtig ist es vielmehr, das Fenster wenige Minuten lang vollständig zu öffnen und dabei die Heizung auszuschalten. Bei der Heizung selbst sollte auf Folgendes geachtet werden: Gluckernde Heizkörper sind Energiefresser, da das Wasser nicht gut zirkulieren und Wärme nicht richtig in das Zimmer abgegeben werden kann. Daher sollte die Heizung spätestens bei gluckernden Geräuschen, am besten aber regelmäßig entlüftet werden. Die Entlüftung der Heizkörper ist nicht kompliziert, Hausmeister oder Hausverwalter helfen in vielen Fällen.

Unter dem Motto "Erzeuger und Verbraucher in einer Hand" haben sich viele Bürgerinnen und Bürger inzwischen zu sogenannten Energiegenossenschaften zusammengeschlossen. Durch das gemeinsame Beschäftigen mit dem Thema wächst das Bewusstsein, mit Energie behutsam umzugehen und Kosten zu sparen. Rund 600 Energiegenossenschaften gibt es inzwischen in Deutschland. Ein Beispiel ist die EnergieGenossenschaft der Stadt Murrhardt in Baden-Württemberg: www.murrhardt.de/de/Unser-Murrhardt/Vereine-und-Ehrenamt/Verein?view=publish&item=club&id=203

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend widmet sich in den Programmen "Technikunterstützes Wohnen – Selbstbestimmt leben zu Hause" und "Qualifizierung des Handwerks" auch zahlreichen Möglichkeiten der Energieeinsparung, von der individuellen Steuerung von Heizung, Lüftung und Strom über die Nutzung von Solarkamin und Photovoltaik bis zur Schulung von Handwerkerinnen und Handwerkern.