140 Menschen ein Zuhause – Einzug in die Spiegelfabrik Fürth abgeschlossen

Impulse für Gemeinschaft, Zusammengehörigkeit und Mitgestaltung

Trotz aller Widrigkeiten: 2021 war in Fürth ein gutes Jahr. Zum einen gelang der Aufstieg der Fußballmannschaft in die erste Bundesliga. Aber auch ein weiteres Projekt konnte erfolgreich gestaltet und umgesetzt werden: Aus der alten Spiegelfabrik wurde ein attraktives und integratives Haus des Wohnens, der Begegnung und der sozialen und gesellschaftlichen Teilhabe. Dabei zeigen beide Ereignisse – der gefeierte Fußballaufstieg und das realisierte Wohnprojekt – Parallelen: Das Erleben von Gemeinschaft, das Einstehen füreinander und das Bestreben, sich auch von Rückschlägen nicht aus dem Konzept bringen zu lassen, haben maßgeblich zum Erfolg beigetragen.

Die insgesamt 58 Wohneinheiten der Spiegelfabrik in Fürth sind inzwischen alle belegt. Einige Wohnungen als Eigentum, andere in der Organisation einer Genossenschaft, wodurch unterschiedliche Zielgruppen angesprochen und einbezogen werden können. Zu den Bewohnerinnen und Bewohnern gehören vier anerkannte geflüchtete Menschen sowie eine Familie aus Äthiopien und eine afghanische Journalistenfamilie, die über das Bundesprogramm „Writers in Exile“ eine neue Heimat in dem Wohnprojekt finden konnte. Damit greift die Spiegelfabrik die wichtigen Herausforderungen auf, Menschen zusammenzuführen, Dialog zu fördern und die Potenziale jeder und jedes Einzelnen zu entfalten. Dem Ziel des inklusiven und aktiven Miteinanders dienen auch die vier Wohngemeinschaften, eine davon in Kooperation mit der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung.

Insgesamt umfasst das Projekt eine Wohnfläche von rund 5.200 Quadratmetern. Für zusätzliche Nutzungen der Gemeinschaft und des Miteinanders stehen weitere circa 7.300 Quadratmeter bereit, darunter Begegnungsräume und der große Dachgarten.

Auch das zum Projekt gehörende Nachbarschaftsbüro für die Fürther Oststadt konnte trotz der Pandemie seine Arbeit aufnehmen; an der ersten digital geführten Stadtteilkonferenz nahmen immerhin rund fünfzig interessierte Menschen teil. So schottet sich das Projekt nicht ab, sondern sieht sich als Impuls für eine gelingende Nachbarschaft und ein lebendiges Quartier.

Abgerundet wird das Konzept durch Energie schonende Komponenten wie das Blockheizkraftwerk und die Photovoltaikanlage. Hierdurch sollen langfristig die Nebenkosten in Schach gehalten und zugleich klimagerecht gewirtschaftet werden.

Die Spiegelfabrik Fürth ist eines der Projekte, die im Programm „Gemeinschaftlich wohnen, selbstbestimmt leben“ gefördert werden konnten. Das 2019 abgeschlossene Programm zielte darauf, neue Formen des inklusiven und gemeinschaftlichen Lebens und Wohnens zu erkunden. Für die Initiatorinnen und Initiatoren der Spiegelfabrik schließt sich mit der Fertigstellung der Kreis – die Mühen und Anstrengungen gerade unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie haben sich gelohnt. Auch in Fachkreisen zeigt sich Interesse: Die Architekturzeitschrift polis berichtet am Beispiel der Spiegelfabrik über die Chancen alternativer Wohnkonzepte und die Anforderungen an die Architektur. Und auch das Nürnberger Seniorenmagazin sechs+sechzig widmet sich der Frage des gemeinschaftlichen Wohnens und stellt mehrere Projekte, darunter die Spiegelfabrik, vor.

Weitere Informationen

Projekt Spiegelfabrik Fürth:
www.spiegelfabrik-fuerth.org

Modellprogramm „Gemeinschaftlich wohnen, selbstbestimmt leben“:
wohnprogramm.fgw-ev.de

Spiegelfabrik Fürth im Architekturmagazin POLIS (Seite 40):
polis-magazin.com/ausgabe/polis-2021-04-loyalty

Spiegelfabrik Fürth im Seniorenmagazin „sechs+sechzig“:
magazin66.de/2021/06/wie-lebt-es-sich-in-mehrgenerationenhaeusern