Inklusiv planen und bauen, Vielfalt fördern

Eine Frau und vier Männer nebeneinander beim Gruppenbild. Link öffnet das Bild vergrößert in einer Lightbox mit Bildergalerie.
Foto: Thomas Müller

Parlamentarischer Staatssekretär Zierke spricht auf Tagung in Weimar

Menschen die Möglichkeit zu geben, bei der Gestaltung ihrer Wohnumgebung mitzuwirken, zudem verschiedenen Formen des Miteinanders Raum zu geben und im Bedarfsfall die notwendige Hilfe und Pflege zu organisieren – diesen Zielen widmete sich die Fachtagung "Inklusion und Vielfalt beim Wohnen" am 13. November 2018 in Weimar. Den Auftakt bildete ein Eindruck aus der Praxis: Die Besichtigung des Projekts RO 70 – Gemeinsam Zuhause bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich aus erster Hand über die Chancen, aber auch die Herausforderungen der Schaffung eines modernen gemeinschaftlichen Wohnprojekts, insbesondere bei einem schwierigen Bestandsgebäude, zu informieren.

Stefan Zierke, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, wies in seinem Impulsvortrag auf den besonderen Stellenwert des inklusiven Bauens und Wohnens hin. Eine barrierefreie Gestaltung trage dazu bei, dass Menschen selbstbestimmt leben, aber auch in Kontakt zueinander treten und soziale Kontakte pflegen können. Dies komme allen zugute. Ziel seien daher Quartiere und Nachbarschaften, die zum Mitmachen einladen und niemanden ausschließen. Die Förderprogramme des Ministeriums, etwa im Bereich des gemeinschaftlichen Wohnens, seien hierfür ein Beispiel.

Wie bauliche Anforderungen mit einer modernen, sozial nachhaltigen Nutzung verbunden werden können, dazu äußerten sich auf der Tagung auch der Präsident der Architektenkammer Thüringen Dr. Hans-Gerd Schmidt, der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung Joachim Leibiger und nicht zuletzt Dr. Josef Bura, Vorsitzender der Bundesvereinigung des Forums Gemeinschaftliches Wohnen, die gemeinsam mit dem Ministerium die Tagung ausgerichtet hat. Den Beiträgen ist gemeinsam, dass das Thema Inklusion alle angeht und "vor der Klammer" steht, wenn es darum geht, Lebens- und Wohnumgebungen zu schaffen, die vorausschauend sind und nicht in kurzer Zeit wieder Reparaturen erfordern. Dabei richtete die Tagung den Blick auch auf die Situation pflegender Angehöriger. Sie können von inklusiven Wohnangeboten, in denen die pflegebedürftigen Verwandten sich wohlfühlen, aber auch von zeitlich befristeten Pflege- oder Gästewohnungen entlastet werden. Immerhin rund 2,5 Millionen Menschen helfen ihren Angehörigen bei der Pflege zuhause.

Die Veranstaltung zeigte: Gerade partizipative Organisationsformen wie Genossenschaften oder Baugemeinschaften bieten die Chance, an den Bedürfnissen der Menschen anzusetzen und Vielfalt zuzulassen, die sich als Stärke versteht und unter einem gemeinsamen "Dach" Wege erprobt, füreinander da zu sein und einer Vereinsamung oder Ausgrenzung entgegen zu treten. Auch gelte es vielfach, Gemeinschaft und Privatleben neu auszutarieren. Diese Aufgabe sei nicht einfach, aber sie lohne sich. In dem Sinne dankte Dr. Barbara Hoffmann, Leiterin des Referats "Wohnen im Alter – Soziales Wohnen" des Bundesfamilienministeriums, den Teilnehmenden für ihre Mitwirkung und wünschte den Projekten eine gute weitere Entwicklung. Ihnen komme eine Vorbildfunktion zu auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft.

Eindrücke von der Tagung

Fotos: Thomas Müller

Weitere Informationen

in der Meldung des Bundesfamilienministeriums zur Fachtagung:
www.bmfsfj.de/bmfsfj/mehr-gemeinschaftliche-wohnprojekte-ermoeglichen/130390

zu den Programmen und Projekten unter:

zur UN Behindertenrechtskonvention (auch in Leichter Sprache):
www.behindertenbeauftragter.de/SharedDocs/Publikationen/DE